Diese Schweizer können auf NHL-Einsätze hoffen

    Thomas Roost
    Thomas Roost

    Die Schweizer NHL-Spieler gehören kaum zu den Topfavoriten auf den Stanley Cup. Thomas Roost sieht für 13 Schweizer gute Chancen.

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    Théo Rochette wechselte von Lausanne in die NHL. (Archivbild) - keystone

    Keiner unserer Fixstarter spielt in einem Top-Favoriten-Team um den Stanley Cup. Für mich sind die Colorado Avalanche und die Carolina Hurricanes die Topfavoriten. Im erweiterten Favoritenkreis sehe ich die Florida Panthers, Tampa Bay Lightning, die Edmonton Oilers, die Vegas Golden Knights und die Dallas Stars.

    Dies würde bedeuten, dass nur gerade Akira Schmid (Florida Panthers) und Lian Bichsel, (Dallas Stars) Chancen haben, die wohl geschichtsträchtigste Sporttrophäe in die Schweiz zu bringen.

    Die New Jersey Devils mit den drei Schweizern Nico Hischier, Timo Meier und Jonas Siegenthaler sind ein talentiertes Team, aber mit Fragezeichen betreffend physische Härte, Wasserverdrängung und sogenanntem «Heavy Hockey».

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    Zudem sind einige ihrer Leistungsträger tendenziell verletzungsanfällig. Trotzdem, der Skill-Level bei den Devils ist sehr hoch und falls die Top-2-Center Jack Hughes und Nico Hischier weitestgehend verletzungsfrei bleiben, dann traue ich ihnen die Playoffqualifikation zu. Ein Titelgewinn wäre aber für mich eine ziemlich grosse Überraschung.

    Attilio Biasca, Boston Bruins

    Attilio Biasca ist in einer Franchise gelandet, die von den Namen her auf dem Papier nicht sehr viel Furcht einflösst. Da könnte es mittelfristig durchaus Platz geben für den Schweizer Energiespieler. Als Junior war er mehrheitlich Center.

    Jüngst wurde er auf höchster Ebene eher als Flügel eingesetzt. Bei den Bruins wird er in Nordamerika aktuell als Nr. 7 in der Center-Hierarchie gelistet. Dies wird seinem Leistungspotenzial meiner Meinung nach nicht gerecht. Ich denke, er ist näher an der NHL, als die nordamerikanischen Experten dies beurteilen.

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    Attilio Biasca ist in der NHL unter Vertrag bei den Boston Bruins. - keystone

    Biasca ist furchtlos, ein Panzer, ein Powerforward. Er spielt mit viel Energie und ist vor allem in Rush-Situationen gefährlich. Trotz seines aggressiven Spielstils nimmt er relativ wenig Strafen. Sein aufopfernder, mutiger Spielstil ist für ihn selbst nicht ungefährlich, sodass er im Verlaufe seiner Karriere Gefahr läuft, häufiger als andere verletzt zu sein.

    Ich erwarte den Saisonstart bei den Providence Bruins in der AHL, mit einigen NHL-Einsätzen gegen Ende der Regular Season. Mittelfristig sehe ich bei ihm das Potenzial zu einem Bottom-Six-Forward bei den Bruins.

    Théo Rochette, Detroit Red Wings

    Théo Rochette hat bereits einige Jahre in NA in der QMJHL gespielt – und dies mit Erfolg. Trotzdem wurde er nie gedraftet. Sein für NHLAnsprüche mangelnder «Battle-Level» wurde ihm vorgeworfen. Jetzt aber haben die Detroit Red Wings ihn als Free Agent verpflichtet.

    Rochette ist ein guter Spielmacher, mit gutem – aber nicht herausragendem – Skating. Das heisst, Agilität und Tempowechsel sind gut bis sehr gut, sein Topspeed ist nur durchschnittlich. Er ist ein smarter Ost-West-Center mit der Fähigkeit, Spielzüge vorauszuahnen.

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    Théo Rochette spielt für die Detroit Red Wings. - keystone

    Seine Spielintelligenz ist gut und vor allem im Powerplay kommen seine Vorzüge zur Geltung. Dass er noch von Steve Yzerman verpflichtet wurde, ist eher nachteilig für Rochette. Yzerman ist zwar noch immer als Berater in der Red Wings-Organisation. Aber beim noch nicht bestimmten, neuen GM, hat Rochette vermutlich keinen kleinen Bonus, so wie er es bei Yzerman gehabt hätte.

    Falls der abwanderungswillige bisherige Captain Dylan Larkin wie erwartet früher oder später noch getradet wird, könnte Rochette in der internen Center-Hierarchie nach oben rutschen. Ich erwarte nach einer «Grindingphase» in der AHL einige Spiele bei den Red Wings gegen Ende Saison.

    Zum Autor

    Thomas Roost ist seit 1995 NHL-Scout für den zur NHL gehörenden Central Scouting Service und seit 2010 Scout für den EHC Biel. Hauptberuflich war er 25 Jahre CHRO und Mitglied der Konzernleitung in einer internationalen Touristikfirma mit weltweit 1500 Mitarbeitenden und berät heute als Consultant Eishockeyspieler, mit dem Ziel, dass sie ihr Potenzial während und nach ihrer sportlichen Karriere voll ausschöpfen können.

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