Krein on Tour: Eishockey im Jahr 2025

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In «Krein on Tour» geht Eishockey-Journalist Michael Krein der Frage nach, welche Vorstellung man sich in den 80er-Jahren vom Eishockey der Zukunft gemacht hat.

Michael Krein
Michael Krein ist seit 23 Jahren als Eishockey-Journalist unterwegs. - Nau.ch Grafik

Spätestens seit der Filmtrilogie «Back to the Future» ist die Menschheit von Zeitreisen fasziniert. Durch die «Sport-Almanach-Szene» im zweiten Teil der Trilogie mag man sich 1985 gefragt haben, wie dies bis ins Jahr 2000 im Eishockey aussehen würde.

Nicht der Science-Fiction Schriftsteller Jules Verne, sondern der Weltklasse-Trainer Karel Gut wagte sich, 1984 im Buch «Eishockey-Weltgeschichte» über «Eishockey im Jahr 2000» zu schreiben.

Alexei Kovalev 2014 Verletzung
Die Verletzungsanfälligkeit ist auch im dritten Jahrtausend noch ein typisches Eishockey-Problem. - PHOTOPRESS/Maxime Schmid

Seine Aussage «Der Eishockeyspieler der Zukunft wird noch besser und gezielter trainiert sein und damit widerstandsfähiger und weniger verletzungsanfällig», verblüfft aus heutiger Sicht – mit Ausnahme der Verletzungsanfälligkeit stimmen Guts Visionen.

Weiter befand Gut: «Die Trainer werden mehr die Gebiete Physiologie und Psychologie und so weiter in den Trainingsplan einbeziehen» und weiter «es kommt zu noch engerer Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten» – als wären wir im Jahr 2025.

Karel Gut, 1927 in Prag geboren, zwischen 1945 und 1991 als Spieler und Trainer tätig, nahm an elf Weltmeisterschaften und fünfmal an Olympischen Spielen teil.

Weiter beschrieb er: «Auch in Europa wird es über den Eisflächen grosse Monitore geben, wo zum Beispiel zwischen den Spieldritteln die wichtigsten Momente aus dem Spiel nochmals gezeigt werden.»

Lausanne weiht am Dienstag sein neues Stadion ein
Monitore wie hier in Lausanne sind aus Eishockeystadien heute nicht mehr wegzudenken. - sda - KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Karel Gut futuriert die Hockey-Zukunft 1984 wie ein Jules-Verne-Roman und seine Aussagen sind rückblickend verblüffend.

Nur fünf Jahre später gab's in Europa den ersten «Würfel» mit vier Monitoren im brandneuen «Globen», heute Avicii-Arena, in Stockholm.

Wie steht's um Ausrüstungen und Material der Eishockeyspieler der Zukunft? Diese Frage beantwortete ein anderer Visionär dieser Zeit, der Kanadier Gilles Daignault, Inhaber in dritter Generation von Daignault-Rolland oder besser bekannt als «DR».

Der Ausrüster aus Montreal expandierte vor allem in den 1990er-Jahren nach Europa und in die Schweiz, die Vertretung befand sich im «Sporthaus», bei Wüthrich + Co. in Langnau im Emmental.

Eishockey Stock durchbrechen kaputt
Ausrüstung ist ein wichtiges Thema beim Eishockey. Nicht selten bricht auch mal der Stock. - PostFinance/KEYSTONE/Peter Klaunzer

DR blickte 1995, wie in «Back to the Future II», 30 Jahre in die Zukunft. In Nordamerika wird der «Back to the Future-Day» seit Marty McFlys fiktiver Ankunft am 21. Oktober 2015 gar jährlich gefeiert.

«Back to the Future-Year» des kanadischen Ausrüsters ist das Jahr 2025. DR stellte 1995 eine Ausrüstung der Zukunft anhand eines DR-Torhütermodells vor, welches den Spielern der Zukunft von Karel Gut bestmöglichen Schutz geben soll.

Durch diesen Werbegag mag man sich gefragt haben, wie dies bis ins Jahr 2025 aussehen würde. Um den Gag zusätzlich anzukurbeln, wurde der «Goalie der Zukunft» als Poster verkauft, und eines sollte die lange Wartezeit bis ins Jahr 2025 behutsam überstehen, nämlich das Poster des Kolumnenschreibers.

Damals, so dachte ich mir, würde ich dieses Poster im Jahr 2025 wieder aus der «Archiv-Schublade» nehmen.

Oder wie sagte der Postbote in der Schlussszene zu Marty McFly, als der DeLorean vom Blitz getroffen worden ist? «Wir haben diesen Umschlag jetzt schon 70 Jahre in unserem Besitz.»

Über Michael Krein

Michael Krein ist seit 23 Jahren als Eishockey-Journalist unterwegs. Seit 2017 kommentiert und berichtet er live für MySports. Zudem ist er wöchentlich beim Eishockey-Podcast FLIP PASS zu hören und schreibt auf eishockeyblog.ch über seine Eishockey-Erlebnisse.

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