Die 10 Swiss-League-Teams und ihre brennenden Fragen

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    Die Swiss League startet mit zehn Teams in die Saison 2026/27. Hier werden die wichtigsten Fragen beantwortet.

    Basel-Trainer Eric Himelfarb.
    Basel-Trainer Eric Himelfarb. - imago

    Nach dem Rückzug des EHC Winterthur steigt die Swiss League mit nur noch zehn Mannschaften in die Saison 2026/27. Was bewegt die Teams im Unterhaus? SLAPSHOT beantwortet die drängendsten Fragen.

    Ist Eric Himelfarb im Frühjahr noch Basel-Trainer?

    Nein. Der EHC hat das Problem, dass er zwischen 2023 und 2025 ein paar Treppenstufen zu viel genommen hat: einmal Platz 2, dann der Qualifikationssieg und Finaleinzug. Aber der Klub ist noch nicht reif für ernsthafte Aufstiegsambitionen.

    Doch die Hausse schürte diese Hoffnungen. Der bescheidene sechste Platz bremste den Elan um den Verein merklich, auch wenn er erklärbar war: Für Investitionen in den Kader fehlt das Geld. Und sie ergeben ohne Aufstiegsperspektive auch wenig Sinn.

    Verfolgst du die Swiss League?

    Das Gerüst dieser Mannschaft ist seit mehreren Jahren unverändert: Die gleichen Goalies (Haller/Henauer), die gleichen Ausländer (Stukel/Supinski), der gleiche Captain (Kummer). Und der gleiche Trainer. Eric Himelfarb übernahm den Job im Dezember 2022, so lange wie er ist sonst kein Coach in dieser Liga ununterbrochen im Amt.

    Es ist eine Herausforderung, auch nach vier Jahren noch gehört zu werden, zumal ohne Blutauffrischung im Team. Setzt es die nächsten Niederlagen gegen Arosa, Chur und den Angstgegner Visp ab, könnte dem flamboyanten Sportchef Kevin Schläpfer der Geduldsfaden durchaus reissen.

    Wird der EHC Arosa wieder Letzter?

    Nein. Der Traditionsklub hätte auf verschiedenen Ebenen eine Professionalisierung dringend nötig, die aber unter den aktuellen finanziellen Voraussetzungen nicht zu realisieren ist. Hätte die Spielergewerkschaft Sihpu auch nur annähernd den Furor der Unia, es wäre längst gestreikt worden, weil das Geld in der Belegschaft niemandem zum Leben reicht.

    Der Trainer Rolf Schrepfer macht das Beste aus den überschaubaren Möglichkeiten. Arosa ist ein Bettler, der es sich nicht leisten kann, wählerisch zu sein. Aber Schrepfer sagt, er habe das Gefühl, jetzt nur Spieler bei sich zu haben, die einen Winter in der Aroser Bergluft als Chance sehen: Besser werden, um anderswo einen Vertrag zu erhalten, mit dem sich der Lebensunterhalt bestreiten lässt.

    Rolf Schrepfer.
    Rolf Schrepfer. - keystone

    Es ist dieser Biss und die Leihgaben aus Bern (Gregory Weber) und Davos, die dafür sorgen sollten, dass Arosa es schafft, Bellinzona hinter sich zu lassen.

    Müssen die GCK Lions erstmals seit fünf Jahren wieder um die Playoffs bangen?

    Nein. Ja, das Team ist stark verjüngt und verbilligt worden. Ja, hinter die zwei Goalies (vor allem hinter Tim Metzger) ist ein Fragezeichen zu setzen. Und ja, es wird bei den Resultaten Konsequenzen haben, dass das Durchschnittsalter bei nur noch 22,3 Jahren liegt. Aber von Arosa und Bellinzona droht GCK keine ernsthafte Gefahr, dafür gibt es zu viel Qualität im Kader.

    Etwa der spielstarke Center Endo Meier, den viele NL-Teams auf dem Radar haben. Gespannt sein darf man neben ihm vor allem auf zwei Stürmer: den Russen Kirill Tjutjajev und den erst 15 Jahre alten Scharfschützen Lionel Dedial. 2025/26 betrug der Vorsprung als Achtplatzierter satte 37 Punkte auf Bellinzona und 46 auf Arosa.

    Lionel Dedial.
    Lionel Dedial. - imago

    Hält der Höhenflug des EHC Chur an?

    Ja. Der plakative Verzicht auf Ausländer ist eine Mogelpackung, weil Chur immer wieder auf Lizenzschweizer und nun mit Ambrìs Matej Pekar immer wieder auf solche ìsetzt. Aber das soll den verblüffenden Erfolg des Trainerduos Von Arx/Von Arx nicht schmälern.

    Was Chur an Geld und Qualität fehlt, macht es mit Leidenschaft wett. Vielleicht wird es nicht noch einmal Platz 5. Aber die Strategie und Umsetzung stimmen zuversichtlich, am Beispiel Chur könnten sich viele irrlichternde NL-Klubs orientieren.

    Übersteht Thomas Rhodin die Saison als Trainer des HC La Chaux-de-Fonds?

    Nein. Sieben Millionen Franken soll das Budget dieses Klubs betragen. Entsprechend hochtrabend sind die Erwartungen bei diesem Team, das in drei der letzten vier Jahre den Final erreichte. Um Sierre vom Thron zu stossen, hat der Sportchef Loïc Burkhalter einen Trainerstaff aus Finnland, Schweden und … Schottland in Les Mélèzes versammelt.

    Thomas Rhodin, der einstige Abwehrchef Gottérons (2003 bis 2005), ist 55, hat aber im Profihockey nie zuvor als Headcoach gearbeitet. Er ist eine eigenwillige Wahl, um den langjährigen Erfolgscoach Louis Matte (2x Champion) zu beerben, der sich mit Burkhalter auch an der Handhabe von Loan, Burkhalters talentiertem Sohn, rieb.

    Thomas Rhodin.
    Thomas Rhodin. - imago

    La Chaux-de-Fonds hat ein talentiertes Kader, und die Zuzüge von Lucas Rötheli (Torhüter, Olten), Santiago Näf (Stürmer, Chur) und Kay Schweri (Stürmer, Basel) machen die Mannschaft besser.

    Aber sollte die erste Saisonhälfte nicht nach Wunsch gelingen, kann es für zwei Männer schnell eng werden: den aus Winterthur übernommenen schwedischen Stürmer Emil Molin – bei den Ausländern ist Burkhalter in den letzten Jahren in eine wilde Hire-and-Fire- Politik verfallen. Und Rhodin, der sich sein Standing erst erarbeiten muss.

    Kann der HC Sierre den Meistertitel verteidigen?

    Ja. Ein Coach, der es im Frühjahr mit Sierre aufnehmen musste, sagte: «Spiele gegen Sierre waren die einfachste Matchvorbereitung meiner Trainerkarriere. Jeder weiss, was kommt, was sie versuchen, was sie machen. Und doch konnten wir sie nicht stoppen, es gibt einfach zu viel Talent in diesem Team.»

    Sierre hat 2025/26 mit sagenhaften 235 Toren in der Qualifikation die Liga zerschossen und in den Playoffs nur drei Spiele verloren. Die finanzielle Situation soll, so hört man, weniger sonnig sein als die Rebberge im Rhonetal.

    Aber mit ein paar Taschenspielertricks ist es Chris McSorley und seinen windigen Krypto-Investoren (wann kommt eigentlich endlich der dem berühmten lokalen Falschmünzer gewidmete «Farinet-Coin»?) gelungen, die Mannschaft beisammen zu halten.

    Stoppen kann dieses Team vermutlich nur die eigene Genügsamkeit. Die ist in Sierre seit dem Wiederaufstieg von 2019 immer wieder ein Problem gewesen. McSorley sollte sich dem Charakter dieser Mannschaft darum nicht zu sicher sein.

    HC Sierre
    HC Sierre: Chris McSorley (rechts). - keystone

    Und den Kopf entsprechend nicht nur bei seinem neuesten Abenteuer haben: dem Hockey Club Milano mit dem grossen Entertainer Doug Shedden. Für einen Aufstieg ist Sierre infrastrukturell noch nicht bereit. Was für Puristen eine vorzügliche Nachricht ist: Die Trutzburg Grabenhalle ist immer eine Reise wert.

    Hat der EHC Visp das Zeug, um wieder die Nummer 1 im Kanton Wallis zu werden?

    Nein. Die Vormachtstellung im Wallis hat der Meister von 2025 eingebüsst – und zwar nicht nur, weil Visp 2025/26 inklusive Cup lediglich zwei von fünf Derbies gegen Sierre gewonnen hat.

    EHC Visp.
    EHC Visp. - imago

    Das Kader ist ein Abbild des Klubs: Ein seriöses, pflichtbewusstes Team, dem es ein bisschen an Panache fehlt. Vor allem beim Ausländerduo Adam Brodecki/Jacob Nilsson.

    Wird Olten als Farmteam glücklich?

    Nein. Still und heimlich hat Olten offenbar intern einen Strategiewechsel verabschiedet, der vorsieht, verstärkt auf B-Lizenz-Spieler zu setzen. Das spart Geld, klar, weil es eine Verschlankung des Kaders ermöglicht. Und es ist nicht wegzudiskutieren, dass Olten von der Partnerschaft mit Biel zuletzt profitieren konnte (beispielsweise Mark Sever).

    Aber die Kehrseite ist eine nicht unwesentliche Abhängigkeit. Und entsprechend starke Schwankungen, von Spiel zu Spiel, Woche zu Woche, Saison zu Saison. Zwei Mal in Folge Platz 7 – für die Ansprüche und das Standing dieses Klubs völlig ungenügend – ist eine Konsequenz davon.

    Mark Sever.
    Mark Sever. - imago

    Vielleicht ist das «neue Normal» schlicht alternativlos. Aber der Verein muss schon aufpassen, sein verbliebenes Publikum (der Zuschauerschnitt ist seit Jahren rückläufig) bei der Stange zu halten.

    Wie können die Bellinzona Snakes überleben?

    Wenn man das wüsste! Vermutlich wären selbst die besten Geheimdienst-Agenten des FSB, Mossad, MI6 und der CIA nicht in der Lage, diese Frage zu beantworten. Keine Fans, kaum Sponsoren, keine Direktzahlungen aus der National League mehr. Selbst sonst in fast allen Fragen bestens informierte NL-Funktionäre rätseln.

    Auf der offiziellen Webseite gab es bis Redaktionsschluss exakt drei News-Artikel im Jahr 2026. Und keine Kaderliste. Vieles ist reichlich unprofessionell. Aber der unermüdliche Trainer/General Manager Nicola Pini hat das Licht noch immer nicht ausgeknipst.

    Nicola Pini.
    Nicola Pini. - imago

    Ist Thurgau reif für die erste Finalqualifikation der Klubgeschichte?

    Nein. Der HCT schöpft sein Potenzial vorbildlich aus. Der Trainer Anders Olsson ist ein Glücksfall, ein Nonkonformist, für den die Güttingersreuti ein aufregendes Biotop ist, in dem er viele seiner unkonventionellen Ideen gedeihen lassen kann.

    Aber: Auch die erfolgreichste Qualifikation der Klubgeschichte (Platz 2, Punkteschnitt von 1,86) täuscht nicht darüber hinweg, dass der Erfolg in Weinfelden eine zarte Pflanze bleibt. Das Budget ist schmal, die Abhängigkeit von B-Lizenzspielern tendenziell zu gross.

    Anders Olsson.
    Anders Olsson. - zVg

    Kloten zog seine Leihgaben im August vorzeitig ab, weil das Management mit den Eiszeiten in den Testspielen nicht zufrieden war. Wir erwarten Fabelwerte von Gottérons enorm talentierter Torhüterleihgabe Elijah Neuenschwander (19). Aber für einen Finaleinzug fehlt die Kadertiefe.

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