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SC Bern: Junge sind Gewinner der enttäuschenden Saison

Andy Maschek
Andy Maschek, SLAPSHOT

Die Saison 2025/26 war für den SC Bern von Höhen und Tiefen geprägt. Trotz schwieriger Phase gab es auch Gewinner.

SCB: Alain Graf.
Alain Graf gehört zu den Gewinnern der komplizierten SCB-Saison. - freshfocus

Die Saison 2025/26 war für den SCB keine einfache Spielzeit. Eine durchwachsene Qualifikation, die immerhin mit dem Play-In-Ticket beendet werden konnte, aber auch der Trainerwechsel von Jussi Tapola zu Heinz Ehlers oder Verletzungspech generierten Sorgenfalten. Doch es gab auch Gewinner.

Wird der SC Bern die Playoffs in der nächsten Saison 2026/27 erreichen?

Immer wieder taumelten die Berner. Anspruch und Wirklichkeit klafften bisweilen weit auseinander. Ein Grund war die Verletzungshexe, die zwischenzeitlich erbarmungslos zuschlug und das Kader ausdünnte.

Die Abwesenheiten von Leistungsträgern waren dann aber auch Chancen für die jungen Spieler. Stürmer Alain Graf beispielsweise, im Februar 21 Jahre alt geworden, ist in dieser Saison richtig in der Liga angekommen, nachdem er zuvor 33 National-League-Spiele, ein Tor und zwei Assists aufzuweisen hatte.

Als der SCB eine lange Verletztenliste hatte und junge Spieler wie er forciert wurden, nahm er Schwung auf. «Jeder will viel spielen und spielt gerne. Und wenn man das Vertrauen bekommt, ist das sehr schön», sagt er rückblickend.

Center zwischen den Imports

Die Fortschritte Grafs sind in der Statistik sichtbar. In der Saison 2024/25 erhielt er eine durchschnittliche Eiszeit von 8:53 Minuten pro Spiel, nun kam er in einzelnen Spielen auf mehr als 20 Minuten. Er habe sich deswegen nicht viele Gedanken gemacht, so Graf, sondern jedes Spiel und die ihm gewährte Eiszeit angenommen und probiert, daraus das Beste zu machen.

Ob neun Minuten oder 15 Minuten spiele keine grosse Rolle. Klar ist aber, dass jeder Shift wertvoll ist und man mit Vertrauen und Praxis immer besser wird. «Man gewöhnt sich an den Rhythmus, wird erfahrener», sagt Graf, der zwischendurch als Center zwischen den Imports Victor Ejdsell und Emil Bemström spielte.

Louis Füllemann SC Bern
Youngsters wie Louis Füllemann (l.) bekamen wichtigere Rollen. - keystone

Nicht nur Graf, auch andere Youngsters wie Louis Füllemann (21) oder Nils Rhyn (20) bekamen wichtigere Rollen.

«Wir haben ihnen erklärt, dass sie mehr spielen dürfen und wir erwarten, dass sie stark profitieren. Das Lehrgeld mussten sie vorher bezahlen, nun war die Erwartung, dass sie liefern», erklärt Assistenztrainer Patrick Schöb, der in Bern zudem «Leiter Formation» ist.

Die Hoffnung sei gewesen, dass die Jungen schneller reifen und weiter sind, wenn die Verletzten zurückkehren. «Heute können wir sagen: Spieler wie Alain Graf, Louis Füllemann oder Nils Rhyn spielen deutlich reifer und abgeklärter als noch am Anfang der Saison.»

Nils Rhyn
Patrick Schöb: «Heute können wir sagen: Spieler wie Alain Graf, Louis Füllemann oder Nils Rhyn (Bild) spielen deutlich reifer und abgeklärter als noch am Anfang der Saison.» - keystone

Florian Schenk (18), Enkel von Eishockeylegende Simon Schenk (†), bestritt seine ersten Spiele bei den Profis und realisierte seinen ersten Skorerpunkt.

Auch der Bündner Kimo Bont (19), kam zu seinem Debüt in der National League und steht mittlerweile bei fünf Einsätzen auf der grössten nationalen Bühne. «Ein wenig nervös war ich schon, aber die Freude war grösser als die Nervosität», sagt Kimo Bont, Sohn der Ex-Skirennfahrerin Corina Grünenfelder und von Michael Bont, einst Skitrainer und TV-Experte und nun Personal Coach von NHL-Star Nino Niederreiter, rückblickend. Heute wohnt Bont junior in Bern im «Home of Talents», besucht die Feusi und macht die KV-Lehre.

Kimo Bont
Kimo Bont: «Der SCB ist ein grosser Klub, es ist cool, ein Teil davon sein zu dürfen.» - keystone

Er absolvierte bereits das Sommertraining mit der ersten Mannschaft und sagt nun: «Der SCB ist ein grosser Klub, es ist cool, ein Teil davon sein zu dürfen. Aber mein Debüt war nur ein kleiner Schritt, geschafft habe ich es noch lange nicht.»

Mindset als entscheidender Faktor

Es ist die richtige Einstellung. Denn auch für die jungen Spieler werden wieder weniger Einsätze und härtere Zeiten kommen. Gerade auch dann muss das Mindset passen.

So sagte Assistenztrainer Partrick Schöb kürzlich auch im SCB-Fanmagazin «SPIRIT»: «Für mich sind die Charaktereigenschaften am Ende entscheidend, ob es jemand schafft oder nicht. Schlittschuhlaufen, Passspiel, Athletik bringt einen bis vor die Türe, aber um da durchzugehen und eine Karriere zu machen, braucht es gerade zwischen 18 und 22 die Beharrlichkeit, um jeden Tag ein wenig besser zu werden. Und man muss Widerstände überwinden können.»

Und die gab es in Bern zuletzt nicht zu knapp.

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