Was heisst «Legacy» für den Verband, Martin Baumann?

SIHF-CEO Martin Baumann erklärt für SLAPSHOT, wie die Heim-WM 2026 mit gezielten Legacy-Massnahmen nachhaltig genutzt werden soll.

Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) will die Heim-WM in Zürich und Fribourg nutzen, um das Eishockey in der Schweiz nachhaltig zu fördern und mit Legacy-Massnahmen ein Vermächtnis zu hinterlassen.
SLAPSHOT: Martin Baumann, rund um die WM ist «Legacy» ein Zauberwort. Was heisst das für den Verband genau?
Martin Baumann: Es geht grob gesagt um Vermächtnis und Nachhaltigkeit und für uns darum, dass wir nicht nur eine tolle Atmosphäre in den Stadien erzeugen und volle Stadien haben, sondern dass wir nachhaltig neue Fans und neue Kinder gewinnen, die diesem tollen Sport nacheifern wollen.
Das ist mitunter ein Grund, weshalb wir uns zum Ziel gesetzt haben, 10'000 Kinder in die Stadien einzuladen – nun sind wir bei 20'000 Kindern, die das Eishockey an beiden Standorten aus nächster Nähe erleben können. Wir wollen, dass die Kinder das Eishockey kennenlernen und auch die Eltern sehen, worum es geht.
Es müssen nicht alle Spieler der National League oder der Sky Swiss League werden. Aber wir wollen sie zu Sport und Bewegung animieren, und wenn sie am Eishockey Spass haben – umso besser.

SLAPSHOT: Wie ist es dazu gekommen?
Baumann: Der Bund subventioniert uns wegen des Grossprojekts WM 2026 mit 2,4 Millionen Franken, wir investieren zusätzlich denselben Betrag, was auch ein Commitment des Verbandes bedingt. Mit diesem Geld verfolgen wir vier Initiativen.
Im Bereich Education investieren wir in zwei Trainer-Ausbildungsprogramme, und dies nicht auf dem Niveau für die Top-Klubs, sondern an der Basis. Im Bereich Officiating suchen wir neue Wege und Modelle, um an Schiedsrichter heranzukommen, sie auszubilden und zu entwickeln sowie zu fördern.
Bei den Frauen haben wir einen Girls-Fonds mit verschiedenen Projekten wie der neuen Junior Women’s League U16, die wir etablieren, oder ein Label, das gezielt die Klubs unterstützt und honoriert, die für die Mädchen die Extrameile gehen.
Daneben haben wir unter dem Dach von «Kinder aufs Eis» viele andere Themen, um die Kinder für Aktivitäten auf dem Eis zu begeistern. Unser Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen möglichst lange im System zu behalten.
SLAPSHOT: Es geht auch darum, die Faszination Eishockey breit zu präsentieren.
Baumann: Das ist so. Und auch den Eltern die komplexe Thematik des Weges mit Gefässen und Stufen wie Hockeyschule, U14, U16 und so weiter auf eine anschauliche Art und Weise aufzuzeigen und so beispielsweise klarzumachen, ab wann es in Richtung Profi geht.
Zudem wollen wir Berührungsängste nehmen, denn vielfach haften unserem Sport Begriffe wie teuer, umständlich, enorm aufwendig für die Eltern an.
SLAPSHOT: Gibt es einen zeitlichen Aspekt?
Baumann: Die Konzepte wurden vom BASPO bewilligt und nun laufen die Themen und Subventionen für drei Jahre. Es ist also eine einmalige, mit dem Grossprojekt WM 2026 verbundene Chance. Damit verbunden ist ein strenges Reporting gegenüber dem BASPO.

SLAPSHOT: Man hat also drei Jahre Zeit, um Spuren zu hinterlassen.
Baumann: Wir pflanzen einen Baum und müssen diesen giessen, damit er gedeiht. Eine WM alleine ist nach dem Anlass vorbei und vergessen. So geht es weiter und es erfolgen Investitionen und Inputs in den Nachwuchs.
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