Olympia 2026: Der Schuss zu Bronze

SLAPSHOT
SLAPSHOT

Alina Müller schoss die Schweiz im Spiel gegen Schweden zur Bronzemedaille. In der Overtime traf sie zum 2:1-Sieg.

Bronzemedaille
Alina Müller gelang im Spiel gegen die Schwedinnen mit dem siebten Torschuss der Treffer zum 2:1 zur Bronzemedaille. - imago

Neun Minuten und neun Sekunden waren im Spiel um die Bronzemedaille in der Overtime gespielt, als Alina Müller im Spiel gegen die Schwedinnen mit dem siebten Torschuss der Treffer zum 2:1 für die Schweiz und zur Bronzemedaille gelang.

Es war der emotionale Höhepunkt einer speziellen Reise, die für die Schweizerinnen mit einem 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen gegen Tschechien begann. Es war auch ein Sieg der Moral.

Denn die Schweizerinnen steckten einen Zwei-Tore-Rückstand wett, hatten im Penaltyschiessen die besseren Nerven – und SCB-Torhüterin Saskia Maurer, die 91,67 Prozent der gegnerischen Schüsse entschärfte und sich im Shootout einmal weniger bezwingen lassen musste als ihre Gegnerin.

Olympia
Die Schweizer Eishockey-Frauen-Nati holte an Olympia 2026 Bronze. - keystone

«Wir haben eine 1a und eine 1b im Tor», hatte Nati-Coach Colin Muller im Vorfeld prophezeiht. Maurer musste gegen Tschechien die am Norovirus erkrankte und in Schweden unter Vertrag stehende Andrea Brändli vertreten und tat dies ebenso hervorragend wie im zweiten Spiel gegen die Kanadierinnen, das die Schweiz zwar 0:4 verlor, in dem Maurer aber mit 51 Paraden brillierte.

Zwei Tage später war Brändli wieder genesen und hütete gegen die USA das Tor. Am Ende verloren die Schweizerinnen zwar 0:5, aber Goalie Brändli zeigte mit 45 Paraden, dass auch auf sie Verlass ist.

Zum Abschluss der Gruppenspiele war dann wieder Saskia Maurer an der Reihe, wobei es im Spiel gegen Finnland «nur» darum ging, die Positionen für die K.o.-Phase zu beziehen.

Die Schweiz verlor gegen Finnland 1:3, beendete die Gruppe A auf Rang 5 – und traf vier Tage später im Viertelfinal wieder auf die Finninnen. Die Nordländerinnen dominierten das Spiel, hatten 40:14 Torschüsse – aber die Schweiz hatte mit Andrea Brändli eine Keeperin der Extraklasse, die sich nicht bezwingen liess.

Alina Müller
Stürmerin Alina Müller feiert nach dem Treffer zu Bronze. - keystone

Sie sorgte damit ebenso fürs Weiterkommen wie die PWHL-Söldnerin Alina Müller, die in der 35. Minute nach einem Bully-Gewinn in der offensiven Zone schnell reagierte und die 1:0-Führung erzielte.

Danach waren die Schweizerinnen zwar teilweise unter Dauer-Druck, doch sie verteidigten solidarisch, warfen sich in die Schüsse, räumten im Slot auf, hielten die Null – und hatten Brändli.

An der Sensation geschnuppert

Im Halbfinal wartete die Eishockey-Grossmacht Kanada, sodass die Schweizerinnen die klaren Aussenseiterinnen waren. Doch die Spielerinnen von Colin Muller hielten sich tapfer, schnupperten gar an der Sensation und verloren nur 1:2.

Es war das knappste Resultat aller 20 Duelle zwischen der Schweiz und Kanada an Grossanlässen. Und Stürmerin Alina Müller sagte:

«Es machte Spass, dass wir erstmals in dieses Spiel gegangen sind, um zu gewinnen. Wir hatten nichts zu verlieren. Wir sind enttäuscht, dass wir zwei Drittel lang nicht so spielen konnten wie im letzten Drittel, als wir Chancen kreierten. Wir können nun mit diesem Momentum weiterfahren. Es ist Zeit für eine neue Medaille.»

olympia nati-frauen hockey
Es war der emotionale Höhepunkt einer speziellen Reise. - keystone

Im Spiel um die Bronzemedaille kam es zum Duell mit Schweden, und die Schweizerinnen gewannen wie 2014 in Sotschi Bronze. Auch damals waren die Schwedinnen die Gegnerinnen, auch damals gewann die Schweiz (mit 4:3) und auch damals hatte Alina Müller, 15 Jahre jung, das entscheidende Tor erzielt.

Nun traf Müller in der Overtime, nachdem Sinja Leemann in der 36. Minute das zwischenzeitliche 1:1 gelungen war. Sie könne es noch nicht richtig fassen, dass sich ihr olympisches Märchen zwölf Jahre später wiederholt habe, sagte Alina Müller danach.

Hast du an Olympia 2026 ein Spiel der Frauen-Eishockey-Nati verfolgt?

«Es war eine lange Reise. Das jetzt geschafft zu haben, ist unglaublich.» Unglaublich war im Bronzespiel erneut auch die Leistung von Torhüterin Brändli, die 32 Paraden zeigte und 96,97 Prozent der gegnerischen Schüsse entschärfte und sagte: «Ich war einfach glücklich, dass wir nicht ins Penaltyschiessen gegangen sind. Ich weiss nicht, ob meine Nerven das überlebt hätten.»

Die Schweizer Frauen, bei denen Headcoach Colin Muller nach dem historischen Erfolg seinen Rücktritt bekannt gab, sorgten damit für ein absolutes Highlight, glänzten als Team und hatten mit Goalie Andrea Brändli, die als beste Torhüterin des Turniers ausgezeichnet wurde, und der ins All-Star-Team erufenen Stürmerin Alina Müller zwei schlicht überragende Spielerinnen im Kader.

Mehr zum Thema:

Weiterlesen

olympia 2026
1 Interaktionen
Nach Olympia-Bronze
Schweiz Frauen Eishockey-WM
3 Interaktionen
Vierte WM-Pleite
Schweiz Eishockey Frauen Nati
Am Fünfländer-Turnier
Eishockey-Verband Kessler Patrick Fischer
2 Interaktionen
Jetzt LIVE
Cereda Nati
5 Interaktionen
Fischer-Out
Swiss Olympic Patrick Fischer
2'913 Interaktionen
Sports Awards