Das steckt wirklich hinter dem SRF-Dok über Patrick Fischer!

Blitzauftritt von Pascal Schmitz bei der Nati – und ein Dok-Projekt ist Geschichte. Nau.ch kennt die Hintergründe.

Das Wichtigste in Kürze
- SRF begleitete die Eishockey-Nati und Coach Patrick Fischer für einen Dok-Film.
- Nicht SRF-Journalist Pascal Schmitz hat den Dok verantwortet, sondern Michael Bühler.
- Aktuell muss SRF leider auf die Ausstrahlung verzichten.
Dieser Kurz-Besuch bei der Hockey-Nati hat weitreichende Folgen: Dutzende Stunden teures Filmmaterial werden wohl für immer ungenutzt bleiben.
Auslöser ist ein Gespräch zwischen SRF-Journalist Pascal Schmitz und Nationaltrainer Patrick Fischer. Bei einem Mittagessen berichtet Fischer von einem Vorfall, der später hohe Wellen schlägt: seiner Reise an die Olympischen Spiele 2022 in China mit einem gefälschten Covid-Zertifikat.
Die Affäre eskaliert, Fischer verliert seinen Job – ausgerechnet kurz vor der Heim-WM in der Schweiz.
Für den Trainer ein Schock, mit dem er nie gerechnet hatte. Zu sicher fühlt er sich im Sattel. Doch nicht nur er steht am Ende als Verlierer da. Auch das Schweizer Fernsehen ist betroffen.
Wie Nau.ch berichtete, zieht Fischer in der Folge seine Aussagen zurück, auch der Verband geht auf Distanz. Leidtragender wird ein aufwendig produzierter Dokumentarfilm über die Schweizer Nati.

Dok-Filmer ist Thuner Michael Bühler
«Der Film wurde als eine gemeinsame Produktion von SRF Sport und SRF DOK aufgegleist», schreibt SRF auf Anfrage.
Hinter dem Projekt steht nicht Schmitz, sondern der erfahrene Regisseur Michael Bühler (52), der für SRF zuletzt sehenswerte Doks wie «Klammer gegen Russi – das Rennen ihres Lebens» oder Wendy Holdeners Hommage an ihren verstorbenen Bruder realisierte.

Schmitz war lediglich für einen Beitrag in der Sendung «10vor10» vor Ort. Und ging darum mit Fischer zum verhängnisvollen Mittagessen, bei dem Fischer seinen Corona-Betrug enthüllte.
Mit der Veröffentlichung der Corona-Geschichte erfüllte er zwar seinen journalistischen Auftrag – löste intern bei SRF aber unbeabsichtigt ein finanzielles Debakel aus.
Der Sender sieht sich gezwungen, den Film vorerst auf Eis zu legen.
Wertvolles Rohmaterial geht für immer verloren
Dabei ist der Aufwand enorm: Die Dreharbeiten laufen seit Sommer 2025, gestartet im Prospect Camp der A-Nationalmannschaft. Seither begleitet Bühler das Team hautnah – in der Garderobe, bei internen Sitzungen, beim Essen und an Spielen.
Das Kamerateam ist auch international im Einsatz, etwa an der «Euro Hockey Tour» in Finnland sowie an den Olympischen Spielen 2026 in Mailand. Ein Projekt mit beträchtlichen Kosten – und riesigem erzählerischem Potenzial. Denn: Patrick Fischer ist eine faszinierende Persönlichkeit mit einem grossem Charisma.
Die Hoffnung war auch durchaus vorhanden, den Film mit einem zweiten Teil an der Heim-WM (15. bis 31. Mai) mit der Mission WM-Gold zu krönen.
Doch dazu kommt es vorerst nicht. Das Projekt ist vorzeitig beendet. Und obwohl bereits rund 40 Minuten geschnitten sind, dürfte die Dokumentation nie ausgestrahlt werden. Ein Stich ins Herz für jeden Hockey-Fan.
Zurück bleibt ein Projekt ohne Publikum – und nur Verlierer.





