NHL-Meilenstein: 1000 Spiele für Nino Niederreiter und Roman Josi

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Nino Niederreiter knackte Mitte Dezember die Marke von 1000 NHL-Spielen. Roman Josi hat zudem mehr als 1000 NHL-Spiele mit dem gleichen Team bestritten.

1000 Nino Niederreiter und Roman Josi Slapshot
1000 Spiele für Nino Niederreiter und Roman Josi. - imago

Mitte Dezember überschritt Nino Niederreiter die Grenze von 1000 NHL-Partien. Auch Roman Josi kann auf mehr als 1000 Spiele zurückblicken.

Der moderne Winkelried

Als erster Schweizer Spieler der Geschichte knackte Nino Niederreiter Mitte Dezember die Marke von 1000 NHL-Spielen. 16 Jahre brauchte er dafür, in dieser Periode stand er im Sold von fünf verschiedenen Organisationen: bei den New York Islanders, Minnesota Wild, Carolina Hurricanes, Nashville Predators und nun bei den Winnipeg Jets. Nicht alle Wechsel waren freiwillig, nicht überall fand der Bündner zur Entfaltung. Aber in der Quersumme ist es eine fantastische Karriere, die Niederreiter bis hierhin hingelegt hat.

Müsste man den perfekten Schweizer Sportbotschafter erfinden – Niederreiter, dieser moderne Winkelried, käme dem Ideal nahe. Er ist kräftig, bodenständig, bescheiden und mit viel Kampfgeist ausgestattet. In der Heimat geniesst er auch deshalb Legendenstatus, weil er sich nie für etwas Besseres hielt – auch dann nicht, als die Millionen sich auf dem Konto zu türmen begannen.

Nino Niederreiter Slapshot
Als erster Schweizer Spieler der Geschichte knackte Nino Niederreiter Mitte Dezember die Marke von 1000 NHL-Spielen. - imago

Man sieht ihn bis heute ohne Berührungsängste im Edelweisshemd auf Volksfesten wie dem Eidgenössischen Schwingfest über den Zeltplatz stapfen. Es ist eine Nahbarkeit, die sich kaum ein Athlet von seinem Status bewahrt hat. Es ist müssig, ständig alles zu vergleichen, aber die Diskrepanz zu Exponenten aus dem Fussball oder Tennis ist gewaltig.

Der Vertrag von Niederreiter, 33, bei den Jets läuft noch bis 2027. Seinen Traum eines Stanley-Cup-Triumphs wird er in Manitoba nicht mehr verwirklichen können – der Absturz der Jets hatte etwas Jähes: Vom Gewinner der Central Division 2024/25 zu einem der schlechtesten Teams der Liga 2025/26 (Ende Januar auf Platz 30 von 32). Man darf davon ausgehen, dass Niederreiter bei der Trade Deadline in einem Jahr ein umworbener Transferkandidat sein wird.

Es wäre ihm zu wünschen, dass die Sterne günstig stehen und er zu einem ernsthaften Meisterkandidaten getauscht wird. Denn es ist ungewiss, wie lange er noch in Übersee spielen kann und will. In dieser Saison tat er sich teilweise schwer, er blieb etwa im gesamten Monat Dezember ohne Skorerpunkt.

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Die Entwicklung wird auch hierzulande genau verfolgt – ein Niederreiter-Transfer lässt jeden Sportchef in der National League in Schnappatmung verfallen. Und unabhängig davon, wann «El Nino» sich zur Rückkehr in die Heimat entschliesst, scheint das Feld weit offen. 2024 sagte er in einem Interview: «Auf eine Destination würde ich mich heute nicht festlegen. Zürich, Davos, Lugano, Rapperswil, Chur … Wer weiss, wo es dann gerade passt.»

Aushängeschild und Captain

Das hätten sich die Verantwortlichen der Nashville Predators auch nicht träumen lassen: Dass sie im NHL-Draft von 2008 mit Roman Josi in der zweiten Runde den besten Spieler in der Geschichte ihrer Franchise draften.

An 38. Stelle. 19 Plätze hinter Luca Sbisa. Und auch nach Zach Boychuk (14.) und Cody Goloubef (37.), die später als ausgesprochen mittelmässige Ausländer temporär im SC Bern wirken sollten, wo Josi seit einigen Jahren zu den Mitbesitzern gehört.

Josi wurde in Nashville zum Superstar, zum Aushängeschild, zum emblematischen Captain. Und zu einem der besten Verteidiger der Welt. 2020 gewann er die Norris Trophy; man darf ihn seither in einem Atemzug mit den Granden der Profession nennen: Nicklas Lidström, Drew Doughty, Zdeno Chara, Victor Hedman.

«Smashville», diese Country- und Partyhochburg, wurde für Josi zum zweiten Zuhause neben seiner geliebten Heimat Bern. Er lernte dort seine Frau Ellie kennen, seine Kinder wurden dort geboren, der Sohn Luca James und die Tochter Ivy. Und die Jahre in Tennessee machten ihn auch zu einem reichen Mann, obwohl er in den ersten Jahren der Karriere massiv unterbezahlt war.

Roman Josi Slapshot
Romani Josi wurde in Nashville zum Superstar, zum Aushängeschild, zum emblematischen Captain. - slapshot

Auf etwas mehr als 84 Millionen Dollar belaufen sich Josis NHL-Einkünfte inzwischen. Auch wenn knapp die Hälfte für Steuern und Abgaben abfliesst, bleibt eine schöne Summe übrig. Seit Ende Januar gehört Josi zudem zu einem weiteren exklusiven Zirkel: Er hat mehr als 1000 NHL-Spiele mit dem gleichen Team bestritten. Nur knapp 50 andere Profis können das ebenfalls von sich behaupten.

Der sportliche Höhepunkt war der Einzug in den Stanley-Cup-Final von 2017, den Josi an der Seite von Yannick Weber (heute ZSC Lions) allerdings mit 2:4-Siegen gegen die Pittsburgh Penguins und den kaum berücksichtigten Mark Streit verloren. Streit, Josis grosses Jugendidol, ist bis heute der einzige Schweizer Feldspieler, der sich Stanley-Cup-Champion nennen darf. So nah am Triumph war Nashville danach nie wieder.

Verfolgst du die Karriere von Roman Josi?

Und man ist kein Ketzer, wenn man konstatiert, dass Josi sich irgendwann wird entscheiden müssen: Die Karriere in Nashville ausklingen zu lassen, oder doch noch versuchen, bei einem ernsthaften Titelanwärter das CV zu vollenden. Noch drängt die Zeit nicht, auch wenn Josi zuletzt immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatte.

Sein Vertrag bei den Predators läuft bis 2028 – vor dem Schweizer wird der Predators-Manager Barry Trotz andere Routiniers wegtransferieren, mutmasslich beispielsweise die Stürmer Jonathan Marchessault und Steven Stamkos.

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