CHL: Wenn alte Bekannte zurückkehren

Andy Maschek
Andy Maschek

Zum Start der Champions Hockey League kommt es für Schweizer Klubs zu zahlreichen Wiedersehen mit ehemaligen Spielern, Trainern und Weggefährten.

Frölunda
Frölunda wurde zum fünften Mal Meister der Champions Hockey League. - imago

Wenn Anfang September die Champions Hockey League beginnt, kommt es für Schweizer Klubs zu zahlreichen Wiedersehen. Ehemalige National-League-Spieler, frühere Trainer und alte Weggefährten sorgen für viele spannende Geschichten.

Gottéron startet am 3. September mit einem Auswärtsspiel gegen die Graz 99ers, die in der vergangenen Saison in der ICE Hockey League den Titel gewannen, in die europäische Kampagne. Das Team besteht aus Spielern aus Österreich, Kanada, den USA, Dänemark, Finnland und Deutschland, wobei Verteidiger Kilian Zündel eine Schweizer Vergangenheit besitzt.

Er war Junior beim SC Rheintal und spielte von 2022 bis 2024 bei Ambrì. Mit Klagenfurt bekommen es die Freiburger zudem mit einem zweiten Team aus Österreich zu tun. Im Kader der Kärntner steht auch Routinier Raphael Herburger (37), der von 2013 bis 2016 in Biel und von 2020 bis 2023 in Lugano unter Vertrag stand und auf 310 Spiele in der National League kam.

Fribourg-Gottéron
Fribourg-Gottéron feiert den ersten Schweizer Meistertitel. - imago

Die weiteren Gegner des Schweizer Meisters, der in der kommenden Saison auch auf europäischem Eis Schlagzeilen produzieren will, stammen aus Tschechien (HC Pilsen), der Slowakei (HK Nitra), Dänemark (Herning Blue Fox) und Deutschland (Adler Mannheim).

Während bei Pilsen, Nitra und Herning vor allem in der Schweiz wenig bekannte Spieler tätig sind, sind die Mannheimer viel eher ein Begriff.

In ihrem Kader stehen Marc Michaelis, der für die SCL Tigers und den EV Zug stürmte, Verteidiger Tobias Fohrler (ex EV Zug und Ambrì-Piotta), der Kanadier Kris Bennett, der die Saison 2022/23 im Tessin absolvierte und für Lugano und die Ticino Rockets spielte, sowie der Amerikaner Anthony Greco, der in der Saison 2024/25 insgesamt 24 Mal für Biel auflief.

Nordische Aufgaben für den HCD

Vizemeister HC Davos erhielt mit den Norwegern von Storhamar und den Schweden von Skellefteå und Rögle Ängelholm drei nordische Aufgaben zugelost, dazu kommen Bili Tygri Liberec aus Tschechien, GKS Tychy aus Polen sowie der deutsche Meister Eisbären Berlin.

Storhamar wurde zuletzt dreimal in Folge norwegischer Meister und setzt vornehmlich auf einheimische Spieler, ergänzt mit Schweden, Kanadiern und dem amerikanischen Goalie Tyler Parks. Stürmer Andreas Martinsen war in der Saison 2019/20 temporär beim EV Zug, hinterliess aber keine Spuren (fünf Spiele, ein Tor).

Meistertrainer war Petter Thoresen, der Norwegen an der WM 2026 zu Bronze führte, bei der 0:6-Niederlage im Halbfinal gegen die Schweiz aber mit Jan Cadieux aneinandergeriet und sich dabei den Unmut des Schweizer Publikums zuzog.

Die schwedischen Vertreter Rögle Ängelholm und Skellefteå sind zwei echte Härtetests, schliesslich besiegte Skellefteå Rögle im SHL-Final mit 4:1 Siegen und gewann den Meistertitel. Brisant ist, dass bei Rögle Dan Tangnes an der Bande steht, der Lehrmeister des heutigen HCD-Headcoaches Josh Holden – das wird ein interessantes Wiedersehen.

Ebenso spannend ist das Aufeinandertreffen der Bündner mit Stürmer Leon Bristedt, der von 2022 bis 2024 für den HCD spielte. Und auch für Verteidiger Ludvig Claesson wird es ein Wiedersehen.

HC Davos
2025 gewann der HC Davos den Spengler Cup. - keystone

Er stand in der vergangenen Saison temporär beim HCD unter Vertrag, kam aber nur zu einem Spiel. Eine Schweizer Vergangenheit haben auch die früheren Zuger Fredrik Olofsson und Dennis Everberg.

Auch Meister Skellefteå hat in der Schweiz bekannte Gesichter im Team. Verteidiger Emil Djuse spielte von 2021 bis 2025 bei den Rapperswil-Jona Lakers, ehe er nach Schweden zurückkehrte. Und Oscar Lindberg stürmte für den EV Zug und den SC Bern, erzielte in 106 National League-Spielen 31 Tore und 48 Assists.

Neu im Kader des schwedischen Meisters steht auch der 21-jährige Emmentaler Andro Kaderli, der nach dem Abstieg mit Leksands das Angebot von Skellefteå einer möglichen Rückkehr in die Schweiz vorzog.

Aubins Ex-Team fordert den HCD und Servette

Beim polnischen Meister Tychy steht Pekka Tirkkonen, der von 2017 bis im Oktober 2018 Headcoach des EHC Kloten war, bevor er durch Kevin Schläpfer ersetzt wurde, an der Bande. Bili Tygri Liberec setzt auf einheimische Kräfte – rund 80 Prozent der Spieler sind Tschechen.

Und mit den Eisbären Berlin kommt am 6. September der deutsche Champion nach Davos. Der neue SCB-Coach Serge Aubin formte die Eisbären zum Mass aller Dinge im deutschen Eishockey.

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Im Team steht auch Stürmer Andreas Eder, der in der Saison 2023/24 total 17 Spiele (acht Skorerpunkte) für den EV Zug bestritt. Zudem haben die Berliner offenbar Interesse an Torhüter Adam Reideborn, der beim SCB aussortiert wurde.

Servette, der Champions Hockey League-Sieger von 2024, bekommt es wie der HCD mit Storhamar, den Eisbären, Skellefteå und Tychy zu tun. Dazu kommen die Växjö Lakers, die in der vergangenen Saison in Schweden im Playoff-Halbfinal an Rögle gescheitert sind, und die Kölner Haie, die in der DEL in der Regular Season am meisten Punkte gewannen, dann aber im Playoff-Halbfinal Meister Eisbären Berlin unterlagen.

Für Växjö stürmt seit 2024 Dennis Rasmussen, der von 2021 bis 2024 beim HC Davos unter Vertrag gestanden hatte, bei den Kölner Haien hütet seit der letzten Saison der Finne Janne Juvonen das Tor, der zuvor bei Ambrì gewesen war.

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