Die Top-4-Legenden von Marcel Jenni

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp

    In der Rubrik «Meine 4 Legenden» spricht Marcel Jenni, Assistenz-Trainer des EHC Kloten, über 4 Persönlichkeiten, die ihn in seiner Karriere geprägt haben.

    Marcel Jenni Eishockey U18
    Die Schweizer Eishockey-Legende Marcel Jenni. - SIHF

    Das sind die Top-4-Persönlichkeiten, welche Marcel Jenni beeindrucken.

    John Slettvoll

    Er vermittelte mir die taktischen Basics. Ich kam mit 19 von GC zu Lugano, war jung und wild, hatte keine Ahnung, wollte nur spielen. Dank ihm hatte ich in meiner ganzen Karriere die nötigen Tools und die Stabilität im Spiel.

    John Sletvoll.
    John Sletvoll. - imago

    Als erstes zeichnete er mir einen Strich und eine Null auf ein Blatt. Sie standen für Basics: Forechecking, Defensivspiel, Puck- Management etc. Das garantiere noch keinen überragenden Match, aber Stabilität. Ich solle bloss nie unter diese Linie kommen.

    Das Eishockey ist in einem dynamischen Prozess. Aber gleichzeitig gibt es Basics, die sich nicht verändern. Ich kann heute als Coach Johns Inputs immer noch verwenden.

    Hakan Loob

    Er war Sportchef während meiner Zeit bei Färjestad. Unter ihm fühltest du dich sicher und wohl, ohne unnötigen Druck. Als ich einmal zehn Spiele kein Tor schoss, war das für mich persönlich schlimm.

    Als ich sagte, dass er seine Unzufriedenheit durchaus mitteilen oder mich wegschicken könne, reagierte er gelassen: «Du arbeitest hart, das ist wichtiger. Der Rest kommt.»

    Hakan Loob.
    Hakan Loob. - imago

    Mit solchen kleinen Dingen brachte er eine Ruhe ins Team, die ich selten erlebt habe. Als ich nach dem Sommer mit zu wenig Kilos einrückte, weil ich Neues ausprobiert hatte, nahm er es gelassen, sagte bloss: «Lerne daraus!» Ich fand seine Art schlau und menschlich top.

    Ralph Krueger

    Seine erste WM 1998 verbindet uns noch heute. Für ihn war es ein guter Einstand, für mich meine beste WM. Ich war zu jener Zeit wirklich «on top» in meinem Spiel und schoss wichtige Tore. Die Schweiz stieg danach nie mehr ab und konnte sich in der A-Gruppe etablieren.

    Ralph Krueger
    Ralph Krueger. - keystone

    Wir hatten auch schwierige gemeinsame Zeiten wie Olympia 2002, aber das ist lange vergessen. Ich war zu jener Zeit kein einfacher Spieler für Trainer, etwas wild, war hin und wieder unzufrieden und habe dies auch kundgetan. Ich empfand ihn aber stets als fair und offen. Ein guter Kommunikator und ein ganz feiner Mensch, von dem ich viel lernen konnte.

    Margrith und Werner Jenni (Eltern)

    Als ich mit dem Eishockey anfangen wollte, hatte meine Mutter eine gute Idee, die ich damals natürlich nicht cool fand. Ich musste zunächst zum Eiskunstlauf und mir die Sternli verdienen. Ich fand das nicht so toll! Mein Skating wurde aber eine meiner grössten Stärken und erlaubte mir, bis 40 Profi zu sein.

    Nicht zu vergessen auch all die gefahrenen Kilometer und der ganze Aufwand, den sie auf sich nahm, den mein Sport in jungen Jahren mit sich brachte. Mein Vater war und ist ein harter Arbeiter manchmal etwas streng, aber mit sehr viel Herz.

    Hast du ein Vorbild, das dich inspiriert?

    Er kann auch heute mit über 80 nicht stillsitzen und unternimmt ständig etwas, macht immer noch ehrenamtliche Arbeit. Er weckte mein Interesse am Eishockey: Er schaute am TV immer den Spengler Cup (im Bild), und ich wollte auch zusehen.

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