U20-WM: Pflicht erfüllt, aber der Exploit blieb aus

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Vor der U20-WM in Kanada wurde der stark besetzten U20-Nati von Coach Marcel Jenni durchaus eine Überraschung zugetraut. Am Ende reichte es zum Minimalziel.

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Coach Marcel Jenni hat mit seiner stark besetzten U20-Nati an der U20-WM in Kanada nur das Minimalziel erreicht. - IMAGO/Bildbyran

«Ich will eine Mannschaft sehen, bei der jeder für den anderen geht und die eine Einheit mit guter Körpersprache ist. Darauf ist auch unser Spiel ausgerichtet, und wenn es uns dabei gelingt, unser Potenzial abzurufen, wird etwas Gutes herauskommen», sagte Headcoach Marcel Jenni vor der WM und zeigte so Selbstbewusstsein und Optimismus.

Nach den Gruppenspielen gegen Tschechien (1:5), die Slowakei (1:2), Schweden (5:7) und Kasachstan (3:1) war dann auch der Viertelfinaleinzug sicher und das Minimalziel erreicht.

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Die U20 verliert zum WM-Auftakt gegen Tschechien. - keystone

Damit endete die WM-Reise der Schweizer aber. Im Duell gegen die USA, den Ersten der Gruppe A und einer der Favoriten, wehrten sich die Jungs von Marcel Jenni zwar tapfer, blieben aber ohne Chance.

Im ersten Drittel sorgten die Amerikaner für die Vorentscheidung und gingen bis zur 17. Minute mit 4:1 in Führung, wobei SCB-Verteidiger Nils Rhyn in Unterzahl traf.

Im Mitteldrittel zog die USA auf 7:1 davon, ehe der in Schweden (Leksands) spielende Emmentaler Andro Kaderli im Powerplay für den 2:7-Schlussstand sorgte.

«Wir sind gut gestartet, haben Chancen kreiert und Druck gemacht», zog Coach Marcel Jenni danach Bilanz.

«Wir kassieren aber mit drei Möglichkeiten drei Gegentore. Es lief nicht gerade für uns. Wir hatten die grosse Chance, etwas zu erreichen – aber haben es nicht geschafft.» Trotzdem verteilte er Lob: «Die Art und Weise, wie wir ins Spiel gegangen sind, war super. Aber natürlich ein Kompliment an den Gegner, sie waren unglaublich effizient.»

Goliath USA

Der insgeheim erhoffte Exploit blieb zwar aus, doch mit Titelverteidiger USA trafen die Schweizer im Kampf um einen Platz in den Top 4 auch auf den wohl schwerstmöglichen Gegner.

«Es wird unglaublich, in diesem Stadion gegen so eine Nation einen Viertelfinal zu bestreiten», erklärte der Zuger Robin Antenen, der mit seinem Gamewinner gegen Kasachstan die Viertelfinaltüre aufgestossen hatte.

12'772 Zuschauer waren dann beim Match gegen die USA im Canadian Tire Center in Ottawa, der Heimat der Ottawa Senators, dabei. Wieviel stärker die USA im Vergleich mit der Schweiz einzuschätzen ist, unterstreicht ein Blick zurück.

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Die U20-Nati an der WM in Kanada (Archivbild). - keystone

Ein Sieg gegen die amerikanische U20-Nati ist der Schweiz noch nie gelungen. Und auch in der Nähe dieses Coups waren die jungen Eisgenossen an einer WM erst einmal. Das war am 2. Januar 2017, als die Schweizer im Viertelfinal gegen die USA mit 2:3 verlor.

Die beiden Schweizer Tore erzielte damals Nico Hischier, mit im Team von Coach Christian Wohlwend waren unter anderem auch Jonas Siegenthaler, Calvin Thürkauf, Damien Riat, Roger Karrer, Yanik Burren oder Yannick Zehnder. Und auch die letzten WM-Duelle gegen die USA vor dem Viertelfinal 2025 endeten schmerzhaft – 1:7, 1:5 und 3:11.

Mit ihren Leistungen sorgten die Schweizer nicht für die grossen Schlagzeilen, beachtet wurden sie aber allemal – und dies speziell der Bieler Jonah Neuenschwander, der mit 15 Jahren und 292 Tagen der drittjüngste Spieler war, der je an einer U20-WM in der Top Division gespielt hat.

Jünger waren nur der Kasache Viktor Alexandrov (14 Jahre 363 Tage) und der Weissrusse Konstantin Sacharov (15 Jahre 238 Tage), beide an der U20-WM 2000/01.

U20 WM
Die Schweizer U20-Junioren müssen sich im letzten WM-Gruppenspiel geschlagen geben. - keystone

Weltmeister wurden übrigens wie im Vorjahr die Amerikaner. Die Schweiz-Bezwinger feierten ihre siebte Goldmedaille an der U20-WM, wurden im Final aber von den Finnen enorm gefordert.

Zweieinhalb Minuten vor Schluss des zweiten Drittels lagen die Nordländer 3:1 in Führung, ehe die USA innert 113 Sekunden ausglich und dann nach 8:04 Minuten in der Verlängerung durch Teddy Stiga (2024 in der 2. Runde und als Nummer 55 overall durch Nashville gedraftet) die Entscheidung erzwang.

Noch enger war die Entscheidung im Bronze-Spiel. Tschechien bezwang Schweden 3:2 nach Penaltyschiessen – die Entscheidung fiel erst mit dem 28. Versuch!

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