EHC Thun gewinnt auch in Winterthur

Nach dem überraschenden Sieg bei Meister Seewen unter der Woche wollte der EHC Thun auch in Winterthur wieder jubeln.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Thuner geraten bei Absteiger Winterthur in Rücklage.
- Im Mitteldrittel kippt nach einem Doppelschlag das Momentum.
- Etwas glücklich gewinnt der EHC Thun erneut mit 1:5.
Vier Spiele, sechs Punkte. Dies war vor dem Aufeinandertreffen die Bilanz beider Teams. Der EHC Thun schlug Langenthal und erst am Mittwoch Meister Seewen. Winterthur gewann gegen Franches-Montagnes und ebenfalls gegen Langenthal.
Es durfte also ein Duell auf Augenhöhe erwartet werden. Thun-Coach Zehnder konnte dabei auf die Rückkehr des letztjährigen Topscorers zählen. Nicola Christen feierte nach überstandener Verletzung seine Saisonpremiere.
Furrer bringt Winterthur in Führung
Zu Beginn der Partie sind die Thuner eher in der Defensive beschäftigt. Nach einem Abschluss von Mauchle kann Togni beinahe die Scheibe reinstochern. Thun-Torhüter Graf legt sich aber gerade noch so auf die Scheibe.
Danach melden sich auch die Gäste in der Partie an: Topscorer Gyger und Youngster Häsler kommen zu ersten Abschlüssen für den EHC Thun. Elik Radovanovic – ehemaliger Thuner Nachwuchsspieler in Winterthurer Diensten – kommt dadurch aber noch nicht in Bedrängnis.

Nach zehn Minuten darf dann zum ersten Mal das beste Powerplay der Liga ran. Der EHCW stellte bis dato mit 30% Effizienz das effektivste Überzahlspiel. Und sogleich wird es gefährlich.
Gianluca Ogi kommt freistehend im Slot aber nicht an Graf vorbei. Nach 13 Minuten ist der Thuner Goalie chancenlos. Silvan Furrer tanzt einen Verteidiger aus und trifft dann präzise zur verdienten Führung für Winterthur.
Hasler gleicht für den EHC Thun aus
Danach kann sich der EHC Thun steigern. Das konstatiert auch Yannick Gugelmann nach der Partie: «Wir kamen nach zwei, drei taktischen Anpassungen besser rein. Dadurch konnten wir ihre schnellen Spieler besser abfangen.»
Gugelmann ist es dann auch, der beim Ausgleich seinen Stock im Spiel hat. Nach einer gefährlichen Szene vor Graf schalten die Berner Oberländer schnell um. Gugelmann und Hasler laufen den Konter.
Hasler erhält die Scheibe perfekt auf die Schaufel und kann sie in vollem Lauf perfekt verarbeiten. Radovanovic im Winterthur-Tor muss hinter sich greifen. Mit einem für den EHC Thun etwas glücklichen Zwischenstand von 1:1 geht es ins Mitteldrittel.
Doppelschlag durch Maurer und Christen
In diesem verpasst Winti-Torschütze Furrer früh die erneute Führung. Graf ist mit der Fanghand zur Stelle. Nach vier Minuten kippt das Momentum dann auf Thuner Seite.
Nach einem gewonnenen Gugelmann-Bully kann Verteidiger Maurer abziehen. Im zweiten Anlauf trifft Maurer an Freund und Feind vorbei und feiert seine Torpremiere für den EHC Thun. 2:1 für Thun!

Kurz nach dem Treffer handelt sich das Heimteam eine Strafe ein. In Überzahl kurvt Rückkehrer Christen seitlich vors Tor. Der letztjährige Topscorer spielt den Puck in die Gefahrenzone, wo ein Winterthurer die Scheibe ins eigene Tor ablenkt. Der Doppelschlag ist perfekt!
Die Hausherren haben auch danach mehr Abschlüsse. Entweder scheitern sie aber an der eigenen Effizienz oder am formstarken Thun-Goalie Graf. Auf der anderen Seite kommen Gyger, Bärtschi und auch Jaggi zu gefährlichen Schüssen.
Gegen Ende des Drittels übernehmen wieder die Zürcher das Spieldiktat. Rais, Azevedo und Togni kommen zu den nächsten aussichtsreichen Chancen. Die Berner Oberländer überstehen diese Phase aber mit viel Kampf und dem nötigen Quäntchen Glück.
Unmittelbar vor der Sirene hätte Häsler beinahe noch auf 1:4 stellen können. So geht es mit dem Zwei-Tore-Vorsprung ist Schlussdrittel.
Doppelpack für Youngster Hasler
In diesem kommen beide Teams bereits in der Startminute zu einer Grosschance. Danach flacht die Partie ein wenig ab. Erst acht Minuten vor Schluss wird es wieder einmal so richtig brenzlig.
Thun-Topscorer Gyger entwischt, verpasst aber im Duell mit Radovanovic die Vorentscheidung. Die fällt drei Zeigerumdrehungen später. Michael Bärtschi erläuft sich eine Scheibe und bedient «Back Hand» den mitgelaufenen Hasler.
Der 19-Jährige zeigt Reife vor dem Tor und netzt eiskalt ein. Für den Stürmer aus dem eigenen Nachwuchs ist es bereits das dritte Tor innert Wochenfrist.

Der EHC Winterthur geht danach «all in». Ohne Goalie und mit sechstem Feldspieler drücken die Zürcher auf das zweite Tor. Die Thuner bleiben aber beständig und lassen sich nicht mehr überwinden.
Im Gegenteil: 14 Sekunden vor Schluss trifft Gyger aus der eigenen Zone und aus der Drehung ins leere Tor. Die Thuner feiern den zweiten 1:5-Auswärtssieg innert vier Tagen.
«Wir haben den Mix, den es braucht»
«Das Resultat ist wahrscheinlich etwas zu deutlich. Aber wenn sie fallen, dann fallen sie halt», so die Einschätzung von Yannick Gugelmann nach der Partie.
Gugelmann, der drei Assists lieferte erklärt: «Wir haben den Mix, den es braucht. Wir haben junge Spieler, die uns Freude bereiten. Wir haben routinierte Spieler, die in hektischen Phasen Ruhe reinbringen.»
Der 31-Jährige freut sich über die Entwicklung der jungen Thuner Mannschaft: «Wir können uns von Spiel zu Spiel immer ein wenig steigern. Wir hoffen, dass wir das so weiterziehen können.»
Mit dem dritten Auswärtsspiel in Folge ist der Thuner Roadtrip nun zu Ende. Am kommenden Mittwoch darf der EHC Thun nun endlich im heimischen Grabengut ran. Zu Gast wird um 20 Uhr der EHC Dübendorf sein, der nach starkem Saisonstart auf Rang drei ist.






