EHC Thun schlägt auch den Kantonsrivalen Lyss

Nach zuletzt zwei Siegen wollte der EHC Thun den «Hattrick» klarmachen. Zu Gast im Grabengut war mit dem SC Lyss aber ein starker Kontrahent.

Das Wichtigste in Kürze
- Der EHC Thun war am Mittwoch zu Veränderungen in der Verteidigung gezwungen.
- Die Thuner meistern die Aufgabe und setzen sich gegen den SC Lyss durch.
- Dank dem dritten Sieg in Serie liegt man nun auf Rang vier in der Tabelle.
Zahlenmässig dezimierte Verteidigung beim EHC Thun! Headcoach Gregory Zehnder musste seine Defensive für das Kantonsduell gegen den SC Lyss umbauen.
Einerseits fehlten Niclas Beusch (Militär) und Sascha Inniger (1 Spiel Sperre). Inniger wurde nachträglich für einen unglücklichen Zusammenstoss mit einem Pikes-Spieler am vergangenen Wochenende gesperrt. Der Player Safety Officer folgte einem entsprechenden Antrag der Pikes Oberthurgau.

Andererseits fehlte Jeremy Minder weiterhin verletzt. Hinzu kam Julien Rösti, der sich für einen Perspektivwechsel entschieden hat und nicht mehr aktiv Eishockeyspielen wird.
Jansen und Chatelain feiern Debüt für den EHC Thun
Dafür unterstütze Sander Jansen – mit B-Lizenz vom EHC Visp – die Berner Oberländer zum ersten Mal. Zudem kam mit Fynn Chatelain ein weiterer Nachwuchsspieler zu seinem Debüt für das Fanionteam. Chatelain spielte bislang jeweils für die U21-Top des HC Dragon Thun sowie für Wiki-Münsingen.
Die Defensive glich am Mittwochabend also ein wenig dem Grabengut: Es wird umgebaut. Aber auch in der Offensive gab es vor dem Spiel Neuigkeiten. Nicolas Sauthier hat eine B-Lizenz beim EHC Raron aktiviert und soll dort zu mehr Spielpraxis kommen.
Die Thuner wollten trotz der Änderungen in der Verteidigung den dritten Sieg in Folge feiern. Gegenüber stand mit dem SC Lyss aber ein harter Brocken. Die Seeländer, trainiert von Jakob «Köbi» Kölliker, konnten aus ihren ersten neun Spielen 16 Punkte mitnehmen.

Die Partie im gut gefüllten (Baustellen)-Grabengut beginnt mit einer Schrecksekunde für das Heimteam. Sekunden nach dem Anspiel vertändeln die Thuner die Scheibe, auf einmal steht Perrenoud völlig frei. Thun-Goalie Graf sei Dank, dass seine Mannschaft nicht ultrafrüh in Rückstand gerät.
Danach ist der EHC Thun wachgeküsst. Die erste Linie um Center Pascal Rossel kombiniert sich ein erstes Mal vors Tor. Wirbelwind Philip Schaerz testet Nick Wyss im Seeländer Tor.
Danach sind wieder die Gäste an der Reihe. Graf fischt in Unterzahl einen Perrenoud-Schuss mit der Fanghand raus. Im Anschluss generieren die Thuner wieder mehr Offensivszenen. Die vierte Linie schrammt kurz nach Drittelsmitte um Haaresbreite am Führungstreffer vorbei.
Trotz 16 zu 5 Abschlüssen geht es torlos zum ersten Pausentee. Im zweiten Drittel ist der EHC Thun von Beginn an hellwach. Nach 25 Sekunden legt Rossel quer auf Gyger, der Wyss keine Chance lässt. Es ist das verdiente Führungstor für die Berner Oberländer.
Lyss nutzt Powerplay aus
Danach tanzt Lyss-Topscorer Gerber durch die Thuner Hintermannschaft, kommt aber nicht an Graf vorbei. Auch der Thuner Topscorer – Yannick Gugelmann – verpasst in Überzahl den Volltreffer.
Die Seeländer sind im Mitteldrittel besser im Spiel und gestalten das Geschehen ausgeglichen. Kurz nach Spielmitte kassiert der EHC Thun eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis. Der SC Lyss zeigt sich im Powerplay eiskalt. Gerber bedient Steinegger, der nur noch einschieben muss.

Eine Zeigerumdrehung später gelingt dem Heimteam beinahe die prompte Reaktion. Nicola Christen trifft Backhand aber nur das Aussennetz. Mit dem 1:1 bleibt die Partie fürs letzte Drittel komplett offen.
EHC Thun schlägt innert 41 Sekunden dreimal zu
Dies ändern die Thuner einer Minute komplett. Erst trifft der mitgelaufene Verteidiger Janik Wyss. Unmittelbar nach Wiederanspiel netzt Christen solo vor Goalie Nick Wyss ein – Debütant Chatelain schreibt sich einen Assist gu. Danach lenkt Gauch ein Zuspiel von Schweingruber ins Netz ab.
Innert 41 Sekunden erzielen die Kyburgstädter drei Tore und stellen das «Scoreboard» auf 4:1. Die Gäste aus dem Seeland geben aber noch nicht auf. Sieben Minuten vor Schluss schlägt das Kölliker-Team erneut im Powerplay zu.
Der harte Abschluss von Hofstetter wird abgelenkt, Graf im Tor ist chancenlos. Vier Minuten vor dem Ende verpassen Gyger und Rossel die Entscheidung zugunsten des EHC Thun. So kommen die Lysser noch einmal näher ran.

Drei Minuten vor Schluss wird Gian Graf in der nahen Ecke bezwungen. Erneut heisst der Torschütze Patric Hofstetter. Eine Minute vor Schluss nimmt Lyss-Coach Kölliker dann seinen Goalie raus und bringt einen sechsten Feldspieler.
Die nummerische Überzahl auf dem Feld bringt am Ende aber nichts. Der EHC Thun gewinnt das erste Saisonduell mit dem SC Lyss verdient und feiert die drei Punkte. Es ist der dritte Sieg in Serie für die Thuner Mannschaft.
Thun neu auf Rang vier
Die Berner Oberländer rücken dadurch in der Tabelle auf Rang vier vor. Nun geht es für die Thuner auswärts weiter. Am Samstag tritt das Zehnder-Team bei Franches-Montagnes an.
Das nächste Heimspiel folgt eine Woche später am 31. Oktober. Dann ist um 20 Uhr der aktuell drittplatzierte EHC Frauenfeld zu Gast im Grabengut.






