Eishockey-WM: Boykotte drohen – das sagt Swiss Ice Hockey

Nach dem Urteil des CAS zu Russland herrscht in der Eishockey-Welt Unruhe. Mehrere Länder drohen mit einem WM-Boykott. Swiss Ice Hockey wartet ab.

Das Wichtigste in Kürze
- Russische Nationalteams dürfen laut CAS wieder an internationalen Eishockey-Turnieren teilnehmen.
- Mehrere Länder drohen für die WM im kommenden Jahr nun mit einem Boykott.
- Swiss Ice Hockey will die Entscheidung des Weltverbands abwarten.
Russland darf nach einem Urteil des CAS im kommenden Jahr an der Eishockey-WM teilnehmen. Dieser Beschluss des Internationalen Sportgerichtshofs sorgt für grosse Unruhe.
So gerät Gastgeber Deutschland unter Druck – und stellt sich die Frage, ob man das Turnier überhaupt noch ausrichten will.

Diverse Länder drohen derweil mit einem Boykott der WM, sollte Russland tatsächlich teilnehmen. Nach Finnland schlossen sich Dänemark, Schweden, Norwegen, Tschechien, Lettland und Österreich dieser Idee an.
Lettlands Nationalteams ist es gar gesetzlich untersagt, gegen russische Nationalteams anzutreten. Im September setzte das Land zudem den russischen NHL-Superstar Alexander Ovetschkin auf die schwarze Liste.
Schweizer Verband wartet ab
Der Schweizerische Eishockeyverband äussert sich auf Anfrage bedeckt. Swiss Ice Hockey (SIHF) schreibt, dass man den CAS-Entscheid «zur Kenntnis genommen» habe. «Die weiteren Schritte zur Umsetzung des Urteils liegen nun in der Zuständigkeit des Internationalen Eishockeyverbands IIHF.»
Man werde die weiteren Entwicklungen «aufmerksam verfolgen» und die Entscheidungen des Eishockey-Weltverbands IIHF «abwarten».
Neben mehreren Ländern machen auch Sponsoren ihrem Unmut über Russlands Teilnahme Luft.
Der schwedische Büromöbelhersteller AJ Product zog sein Sponsoring zurück. Der finnische Reifenproduzent Nokian Tyres und ein tschechischer Wettanbieter drohen mit dem Rückzug.
Kanada schliesst russische Teilnahme an Junioren-WM aus
Die vom CAS erlaubte Russland-Rückkehr betrifft nicht nur die WM auf höchster Stufe, sondern auch die Nachwuchs-Turniere.
Kanada will als Gastgeber der kommenden U20-WM seine Einreisebeschränkungen für russische Athleten nicht lockern. Dass Russland nicht am Turnier, das über Neujahr stattfindet, teilnehmen wird, sagte Premierminister Mark Carney gleich selbst.

Solange Russland und Belarus gegen die Ukraine Krieg führten, würde man sie nicht zulassen, so Carney. «Wenn Sie also insbesondere nach der Junioren-WM fragen – die Russen werden nicht dort sein.»
Auch die übernächste U20-Ausgabe ist vom möglichen Russland-Comeback bereits betroffen. Die finnische Co-Gastgeberstadt Turku stellte klar, kein Turnier mit Russland auszurichten.





