Verbandsboss Lüthi sieht Russland-Urteil «kritisch»

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    Russland darf nach einem Urteil des CAS wieder an der Eishockey-WM mitmachen. Nun hat auch Swiss Ice Hockey ausführlich Stellung bezogen.

    Marc Lüthi
    Marc Lüthi ist seit Sommer Präsident von Swiss Ice Hockey. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eishockey-Verbandspräsident Marc Lüthi sieht das CAS-Urteil zu Russland kritisch.
    • Swiss Ice Hockey wolle zunächst vom Weltverband Klarheit erhalten und werde dann über das weitere Vorgehen beraten.
    • Das Urteil erlaubt es dem russischen Team, an der Eishockey-WM im kommenden Jahr teilzunehmen.

    Das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) sorgt in der Eishockey-Welt für grossen Wirbel. Russland soll wieder an internationalen Turnieren teilnehmen dürfen, entschied das CAS. Diverse Länder drohen nun mit dem Boykott der Eishockey-WM in Deutschland im nächsten Frühling.

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    Am Donnerstagabend bezieht auch Swiss Ice Hockey Stellung zum CAS-Urteil. Mit einem Boykott droht der Schweizer Eishockeyverband nicht.

    Lüthi: Verfrüht, über Konsequenzen zu spekulieren

    In der Mitteilung steht: «Swiss Ice Hockey ist sich der Sensibilität sowie der sportlichen, politischen und gesellschaftlichen Tragweite dieser Thematik bewusst. Der Verband verfolgt die aktuellen Entwicklungen aufmerksam und nimmt auch die Positionierungen anderer nationaler Eishockeyverbände zur Kenntnis.»

    Marc Lüthi, Präsident der Swiss Ice Hockey Federation, wird folgendermassen zitiert: «Der CAS ist die höchste Instanz der internationalen Sportgerichtsbarkeit, die IIHF der oberste internationale Verband im Eishockey ausserhalb der NHL.»

    «Wir verurteilen Angriffskriege und akzeptieren diese nicht, momentan befinden wir uns aber nicht auf der politischen, sondern auf der sportlichen Ebene und es liegt nun in erster Linie an der IIHF, über die weiteren Schritte und die Umsetzung des Urteils zu entscheiden, das ich persönlich kritisch sehe.»

    Es werde «insbesondere zu klären sein, ob und unter welchen Voraussetzungen russische Nationalteams wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen können oder ob weiterhin Gründe für einen Ausschluss bestehen», so Verbandspräsident Lüthi. «Solange diese Fragen nicht geklärt sind, wäre es verfrüht, über mögliche Konsequenzen für die Schweiz zu spekulieren.»

    Schweiz Eishockey Russland
    An Olympia 2022 spielte die Schweizer Eishockey-Nati noch gegen Russland. - keystone

    Man werde das Ganze in der Schweiz «sorgfältig analysieren», sobald vonseiten der IIHF Klarheit besteht. Der Verband werde sich dann «mit den zuständigen politischen Stellen sowie weiteren relevanten Akteuren austauschen. Einen Entscheid von solcher Tragweite wird die Swiss Ice Hockey Federation nicht im Alleingang treffen.»

    Lüthi stellt klar: «Zum jetzigen Zeitpunkt vorzupreschen, wäre der falsche Weg. Entscheidend ist, dass wir die verschiedenen Perspektiven berücksichtigen und die Situation nüchtern, sachlich und ohne vorschnelle oder emotionale Schlussfolgerungen beurteilen.»

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    Kommentare

    User #1278 (nicht angemeldet)

    Alles ist nicht Schwarz oder Weiss zu oft liegt die Wahrheit in einer #THEGRAYZONE

    User #5802 (nicht angemeldet)

    Leute, auch Kinder , töten Spitäler,Schulen und Infras zerstören und dann mit geschwellter Brust die Hymne und Fahne anhimmeln, wäre zu viel . Die Russen sollten diesem Regime entsagen. 1000 Jahre erdulden sie schon Knechtschaft und Strafen. Wehrt euch endlich.

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