EHC Thun ringt Huttwil in der Overtime nieder

Berner Derby im Grabengut! Der EHC Thun duellierte sich zum zweiten Mal in der laufenden Saison mit Hockey Huttwil.

Das Wichtigste in Kürze
- Der EHC Thun bestreitet eine Oberaargauer Woche. Am Mittwoch gastierte Huttwil in Thun.
- Im Mitteldrittel fallen gleich fünf Tore, Thun führt mit 3:2.
- Huttwil gleich kurz vor Schluss aus, die Overtime ist ein Spektakel.
Der EHC Thun zeigte am letzten Wochenende eine gute Leistung, gewann aber nur einen Punkt. Im Heimspiel gegen Huttwil wollten die Thuner auch ein erfolgreiches Resultat auf die Anzeigetafel zaubern.
Das Coaching-Duo Zehnder/Schweingruber konnte erneut mit voller Kapelle antreten. Routinier Stephan Küenzi stand im Tor, Sander Jansen rückte neu vor in die erste Linie.
Startdrittel auf Augenhöhe
Die Partie im Grabengut nimmt rasch Fahrt auf. Nach 60 Sekunden geht Huttwils Manetsch völlig vergessen. Küenzi muss sein Team früh vor dem Rückstand retten.
Dann folgt ein kurzer Schreckmoment. Morris Maurer bleibt nach einem harten Check liegen. Der Thun-Verteidiger kehrt aber wenig später wieder zurück aufs Eis.
Danach kommen auch die Hausherren zu ihrer ersten Grosschance. Jansen bedient Gyger der beinahe für die Führung sorgen kann. Drei Minuten sind da erst gespielt.

Zwei Minuten später kann Yannick Gugelmann im Breakaway losziehen. Der Thuner Topscorer scheitert am hervorragend parierenden Siro Wyss im Huttwil-Tor.
Nach 15 Spielminuten kochen dann die Derby-Emotionen ein erstes Mal hoch. Thuns Rossel wird das Bein gestellt. Zur Verwunderung aller folgt keine Strafe.
Thuns Routinier rächt sich mit einem Stockschlag, was eine Unterzahlsituation gegen die Oberländer zur Folge hat. Das Boxplay übersteht der EHC Thun schadlos. Die beste Chance vergibt Routinier Lüdi.
Torfestival im Mitteldrittel
Die Tore scheinen sich beide Mannschaften fürs Mitteldrittel gespart haben. 100 Sekunden nach Wiederanspiel erhält Jan Weber etwas zu viel Platz und netzt zum 0:1 ein.
Der EHC Thun reagiert nur zwei Minuten später. Verteidiger Luc Schweingruber schiesst von der blauen Linie und gleich das Spiel aus. Damit aber nicht genug!
Noch vor Spielmitte legt Schweingruber höchstpersönlich nach. Nach einem gewonnenen Bully fackelt der Verteidiger nicht lange und trifft erneut aus der Distanz ins Glück.

Die Thuner sind beflügelt von der erstmaligen Führung. Nach 35 Minuten schnürt die vierte Linie der Thuner die Paradelinie der Gäste ein. Küffer findet im Slot Schaerz, der auf 3:1 erhöht.
Huttwil zeigt sich sichtlich genervt vom Zwei-Tore-Rückstand. Die Mannschaft von Coach Daniel Bieri schaltet im Anschluss einen Gang hoch. In Überzahl gelingt Joel Bieri der Anschlusstreffer.
Huttwil gleicht eine Minute vor Schluss aus
Zur zweiten Pause führt der EHC Thun mit 3:2. Nach dem Pausentee passiert im letzten Drittel lange Zeit nicht viel. Erst zehn Sekunden vor dem Ende beginnt das Schlussfeuerwerk. Und das hat es in sich!
Jason Gerber eröffnet die Huttwiler Chancenserie. Als nächstes versucht Lüdi sein Glück. Gleich danach kommen die Oberaargauer zu einem Powerplay.
Vor dem Thuner Tor brennt es nun lichterloh. Lanz als auch Vouardoux scheitern am Pfosten. Küenzi hält, was es zu halten gibt. Es scheint, als könnten die Berner Oberländer den knappen Vorsprung über die Ziellinie retten.

Zwei Minuten vor der Schlusssirene nimmt Huttwil-Coach Bieri sein Timeout. Goalie Wyss beordert er zugunsten eines sechsten Feldspielers auf die Bank. Zudem dürfen die Oberaargauer gegen dezimierte Thuner anlaufen. Gauch nimmt auf der Strafbank Platz.
Die Ausgangslage für den Huttwiler Ausgleich ist hervorragend. Die Gäste lassen sich dies nicht entgehen. Topscorer Timo Braus schiesst an zwei Verteidigern und an Küenzi vorbei ins Netz.
Eine Minute vor Schluss wird der EHC Thun kalt geduscht. Die Gäste haben aber keineswegs genug und drücken gar auf den Siegtreffer. Sechs Mal feuert Huttwil die Scheibe bis zum Drittelsende noch auf Küenzi ab.
Gyger trifft 0.6 Sekunden vor Schluss
Das Heimteam rettet sich gerade so in die Verlängerung. Das Momentum scheint nun auf der Seite von Hockey Huttwil zu sein. Die Thuner wehren sich in der Overtime aber stark.
Gyger hat nach der Hälfte der Überzeit das Siegtor auf der Schaufel. Christen und Inniger könnten den Sack ebenfalls zumachen. 18 Sekunden vor dem Ende spielen die Huttwiler dem EHC Thun das Momentum aber gleich selbst zu.

Ein Feldspieler zu viel steht auf dem Eis, es gibt eine Strafe gegen Huttwil. Thun-Coach Zehnder nimmt sein Timeout. Das anschliessende, enorm wichtige Bully, gewinnt Huttwil.
Die Gäste schaffen es aber gleich zweimal, die Scheibe leichtfertig zu verlieren. Thuns Rossel setzt einen kernigen Check, Christen bedient Gyger, der das Heimteam 0.6 Sekunden vor dem Powerplay zum Sieg schiesst.
Die Thuner jubeln, Huttwils Lüdi verpasst Rossel den Frustschlag. Danach folgt ein kurzes Tohuwabohu zwischen den beiden Routiniers. Am Ende kassiert allerdings einzig der Thuner eine 20-Minuten-Strafe.
EHC Thun gastiert in Langenthal
Dem EHC Thun wirds gänzlich egal sein. Die Oberländer erkämpfen sich gegen den Favoriten zwei Punkte. In der Tabelle verbleibt das Zehnder-Team auf Rang sechs. Zwischen Platz zwei und acht liegen aktuell nur fünf Punkte – verrückt!
Teil zwei der Oberaargauer Woche folgt am Samstag im Schoren in Langenthal. Der EHC Thun ist zu Gast, der SCL feiert sein 80-jähriges Bestehen. Die Thuner werden dabei aber keine Geschenke verteilen wollen.






