Patrick Fischer: Ex-Nati-Spieler findet Suspendierung richtig

Ein Ex-Nati-Spieler von Patrick Fischer spricht im SRF «Club» Klartext: «Es ist richtig, dass er die Heim-WM nicht coachen kann.»
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Das Wichtigste in Kürze
- Im SRF «Club» haben Eishockey-Experten über die Fischer-Affäre diskutiert.
- Die Meinungen der Gäste gingen stark auseinander.
- Beachtung erhält ein kritischer Kommentar eines unter Fischer spielenden Ex-Nati-Profis.
Die Covid-Zertifikats-Affäre um Patrick Fischer bewegt die Schweiz – auch im «Club» von SRF. Am Dienstagabend debattierten Sport-Experten über die Frage, ob eine Heim-WM ohne Fischer «konsequent oder überrissen» ist.
Mit anderen Worten: Wie hart soll die Gesellschaft mit gefallenen Sport-Stars ins Gericht gehen. Dabei fielen in der Runde unter anderem auch die Namen von Uli Hoeness, Maradona und Tiger Woods.
Jemand verwies in diesem Zusammenhang auf das Prinzip der Vergebung. Uli Hoeness sei heute wieder respektiert, weil er hingestanden sei und zugegeben habe, einen «Seich gemacht» zu haben. Solle diese Gnade nicht auch für Fischer gelten?
Ex-Nati-Spieler: «Es ist korrekt, dass Patrick Fischer die Heim-WM nicht coachen kann»
An dieser Stelle schaltete sich Robin Grossmann ein. Der heutige Verteidiger des EHC Biel hat selber unter Fischer in der Nationalmannschaft gespielt. Diese Gnade solle für alle gelten, betont Grossmann. «Darum finde ich es auch korrekt, dass Patrick Fischer hinstehen muss und jetzt halt diese Heim-WM nicht mehr coachen kann.»
Fischer habe einen Fehler gemacht, für den er selber verantwortlich sei, argumentierte der Verteidiger weiter: «Es hätte einen anderen Weg gegeben. Er hätte in die Quarantäne gehen können.»

Anders als an einer WM gebe es an den Olympischen Spielen keine gemeinsame Vorbereitungszeit. Das Team sei erst zwei, drei Tage vor dem Turnier zusammengekommen. Eine zwingende Anwesenheit Fischers lasse sich also kaum rechtfertigen.
Zur Antwort gedrängt, ob er in einer hypothetischen Kabinen-Abstimmung für Verzeihen oder für Konsequenzen gestimmt hätte, wurde Grossmann deutlich: «Man muss einfach Konsequenzen tragen – und ich hätte sehr wahrscheinlich schon für Konsequenzen gestimmt.»
Er erinnerte daran, dass sich die Spieler allesamt hätten impfen lassen: «Es gibt solche, die sich nicht impfen lassen wollten.»
Chatelain widerspricht: «Steht in keinem Verhältnis»
Dass die Suspendierung von Patrick Fischer die Schweiz spaltet, zeigte sich auch deutlich in der Runde der «Club»-Gäste. So meinte etwa Alex Châtelain, früher Sportchef beim SC Bern, er wolle die Sache keineswegs verharmlosen: «Aber es steht in keinem Verhältnis».
Der Vorfall liege vier Jahre zurück, niemand sei zu Schaden gekommen – «vielleicht auch mit Glück».

Und es handle sich auch um keinen neuen Erkenntnisgewinn: Patrick Fischer sei bei einer Straftat erwischt und dafür verurteilt worden. Wenn man nun vier Jahre später die Messlatte für Vorbilder derart hoch ansetze, gehe das zu weit.
Ein sportliches Vorbild, so Chatelain, müsse nicht in allen Lebensbereichen ein Vorbild sein.





