97. Spengler Cup: Alleiniger Rekordhalter – Rückblick

SLAPSHOT
SLAPSHOT

Ein erfolgreicher Gastgeber, ein begeisternder Aussenseiter, ein starkes zweites Schweizer Team, und viel gute Laune zum Jahresabschluss: Der 97. Spengler Cup war rundum ein Erfolg.

spengler cup
HC Davos ist der Sieger des 97. Spengler Cups. - keystone

Es war eine Portion Skepsis vorhanden, als es vor dem Turnier darum ging, die Fähigkeiten der U.S. Collegiate Selects einzuschätzen. So sagte Fredi Pargätzi, Head of International Relations und Team Accusation, in der letzten SLAPSHOT-Ausgabe:

«In der NCAA spielen sehr talentierte junge Hockeyspieler, die alles andere als Junioren sind. Sie sind talentiert, gut ausgebildet und sehr motiviert. Es ist alles möglich, aber ich bin sicher, dass sie bezüglich Einsatz nicht enttäuschen, alles geben und sich von der besten Seite präsentieren werden. Die Teilnahme ist für die Organisation und die Spieler eine grosse Challenge.»

Kanonenfutter und Kantersiege? Nein!

Eine Herausforderung war es tatsächlich, vor allem für die Gegner. Der Vergleich zwischen den jungen Spielern aus Übersee und den abgeklärten Profis fiel alles andere als eindeutig aus.

Keine Spur von Kanonenfutter und Kantersiegen, ganz im Gegenteil. In der Gruppe Cattini verloren die College-Boys zum Auftakt gegen Team Canada knapp (2:3), gewannen danach aber gegen den HCD mit 5:3 und freuten sich nach dem letzten Spiel, in dem der Gastgeber die Kanadier 4:1 bezwang, über den Gruppensieg.

Im Halbfinal bezwang die Auswahl der besten College-Spieler Sparta Prag mit 5:3 und erreichte bei der Premiere den Final. Das Spiel mit hohem Tempo, Sturm und Drang in der Offensive, starkem Powerplay, Leidenschaft sowie Kaltblütigkeit und Spielintelligenz wurde belohnt – und begeisterte die Fans.

Pokal
Diesen Pokal gibt es auch dieses Jahr wieder zu gewinnen. (Archivbild) - keystone

Bereits vor dem Turnier kündigte General Manager Steve Metcalf an, dass er hofft, dass es keine einmalige Teilnahme sei. Auch Trainer Guy Gadowsky möchte zurückkehren: «Wir würden uns freuen, wenn in Zukunft jedes Jahr eine College-Auswahlmannschaft die NCAA an diesem grossartigen Turnier vertreten würde.»

Wie der Coach schwärmte auch Captain Vincent Borgesi: «Alle behandelten uns grossartig. Sei es im Stadion oder zwischen den Spielen auf der Strasse. Vielen Dank!» Zur «automatischen» Rückkehr als Titelverteidiger reichte es aber nicht.

Im Final bekamen es die Amerikaner mit Gastgeber HC Davos zu tun, der seinen 17. Triumph anstrebte und alleiniger Rekordhalter werden wollte, nachdem der Finaleinzug dank Siegen gegen IFK (3:0) im Viertel- und gegen Titelverteidiger Gottéron (3:1) im Halbfinal realisiert wurde.

Final auf Augenhöhe

Und der Final wurde keine einseitige Angelegenheit. Die Youngsters hielten mit den Profis des Leaders der Schweizer National League mit, bewegten sich auf Augenhöhe und bewiesen, dass der Vorrundensieg gegen den HCD kein Zufall gewesen war. Nach 55 Final-Minuten stand es 3:3,´dann sorgten Filip Zadina, Enzo Corvi und Matej Stransky mit drei Treffern für die Entscheidung, den 6:3-Sieg und den 17. Triumph des Gastgebers.

Hast du den Spengler Cup verfolgt?

Mit den Worten «Spielt schnell und habt Spass!» hatte Headcoach Guy Gadowsky seine Studenten fürs dritte Drittel aufs Eis geschickt, zum Happy End reichte es aber nicht. Die Gesamtbilanz sei wie in den Vorjahren, sagt OK-Boss Marc Gianola.

«Unser Hockeyfest wird immer besser – auf einem sehr hohen Niveau. Es wurde wunderbarer Sport geboten. Alle Mannschaften nahmen das Turnier ernst. Es gibt fast keine langweiligen Spiele mehr, vielleicht mal ein Drittel, in dem etwas weniger los ist. Man sieht, dass die Mannschaften gerne an den Spengler Cup kommen und auch gerne wiederkommen wollen. Deshalb setzen sie sich so ein.»

Auch wirtschaftlich sei das Turnier sensationell verlaufen. Alle elf Partien waren ausverkauft, die Vermarktung bereits vor dem ersten Puckeinwurf abgeschlossen. «Die Ergebnisse vom Rundherum, etwa vom Fan-Zelt, habe ich noch nicht», so Gianola. «Aus den Feedbacks, dass wir zu wenige Plätze hatten, gehe ich davon aus, dass es auch dort wunderbar lief.» Und im VIP-Bereich Loft 23 sei es im Vergleich zum Vorjahr leicht besser gelaufen.

Gute TV-Zahlen

Auch am TV war der Traditionsanlass ein Hit: Der Final erreichte in der Schweiz durchschnittlich rund 380'000 Zuschauende; in der Deutschschweiz lag der Marktanteil bei bis zu 65 Prozent. Bereits der Halbfinal zwischen Gottéron und dem HCD lockte durchschnittlich rund 380'000 Zuschauende vor den Fernseher.

Insgesamt verzeichnete das TV-Publikum in der Deutschschweiz eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in den anderen Sprachregionen war das Interesse höher als 2024. Auch am Spengler Cup ist nach dem Turnier vor dem Turnier und so stellt sich die Frage, wer 2026 in der Altjahreswoche spielen wird. Gesetzt ist Gastgeber HCD.

Das College-Team würde wie erwähnt gerne zurückkehren. Die Verträge mit dem Team Canada, das sich seit 1984 in die Herzen der Zuschauer gespielt hat, sowie mit dem finnischen Eishockeyverband sind ausgelaufen. Die Finnen haben seit 2019 am Spengler Cup zwar kein Spiel gewonnen, vertreten aber das skandinavische Eishockey, das auf Weltniveau von Bedeutung ist.

«Wir streben ein homogenes Teilnehmerfeld an, das sich gegenseitig fordern kann», sagt OK-Boss Gianola. Gleichzeitig habe man Partnerschaften, die sehr lange dauerten, da wolle man niemanden vor den Kopf stossen. Und so darf man gespannt sein, welche Teams im Dezember am 98. Spengler Cup begeistern.

Spengler Cup
OK-Präsident Marc Gianola mit Heiner Faust, CEO Würth International, und Doris Winnewisser, Head of Marketing Schenker Storen. - keystone

Als Trio in die Zukunft

Der Spengler Cup, Würth und Schenker Storen streben weiterhin gemeinsam Spitzenleistungen an – die Verträge wurden bis und mit dem Spengler Cup 2028 verlängert. Seit 18 Jahren ist Würth Gold Partner des Spengler Cup. Die Würth-Gruppe ist führend in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial. In der Schweiz gehören 15 Firmen zur Würth-Gruppe. Andrea Frei, Head of Corporate Communications Würth International AG, sagt: «Der Spengler Cup ist mehr als ein Turnier – er ist ein Stück gelebte Eishockeygeschichte voller Leidenschaft, Emotionen und unvergesslicher Momente. Diese besondere Atmosphäre und die internationalen Begegnungen begeistern uns seit vielen Jahren und spiegeln die Werte von Würth wider.»

Seit 13 Jahren begleitet Schenker Storen den Spengler Cup als Gold Partner. Das über 140-jährige Schweizer Traditionsunternehmen ist Marktführer im Bereich Sonnen- und Wetterschutz und kann – wie der Spengler Cup – auf eine eindrucksvolle Geschichte zurückblicken. Die Partnerschaft zwischen dem ältesten internationalen Eishockey-Klubturnier der Welt und Schenker Storen wird mit der aktuellen Vertragsverlängerung konsequent und nachhaltig weitergeführt.

Unter dem Leitmotiv «Upgrade your living» setzt Schenker Storen auf hochwertige und innovative Sonnen- und Wetterschutzlösungen. Schenker Storen vereint Funktionalität, Design und persönlichen Service zu einem durchdachten Erlebnis für jegliche Wohn- und Lebenssituationen. Der gemeinsame Anspruch an Qualität und Verlässlichkeit bildet seit Jahren das tragende Fundament der Partnerschaft. «Seit 13 Jahren verbindet uns mit dem Spengler Cup die Leidenschaft für Sport, Teamgeist und grosse Emotionen. Dort, wo Menschen zusammenkommen und unvergessliche Momente entstehen, möchten wir als Marke präsent sein. Schenker Storen ist stolz, diese erfolgreiche Partnerschaft weiterzuführen», sagt Doris Winnewisser, Head of Group Marketing & Communications.

Marc Gianola, OK-Präsident des Spengler Cup, freut sich, dass das Turnier auch in Zukunft stark durch Kontinuität ist: «Nur wenn wir die Unterstützung unserer Partner langfristig sichern können, haben wir die Möglichkeit, das Produkt Spengler Cup weiterzuentwickeln und ihnen im Umkehrschluss stets noch bessere Visibilität zu gewähren. Was uns alle auszeichnet, ist Innovation. Gemeinsam schaffen wir es, den Spengler Cup auch in Zukunft immer wieder auf ein neues Level zu heben.»

Weiterlesen

Kloten
2 Interaktionen
Gegen Kloten
HC Davos
8 Interaktionen
3:0 gegen Helsinki
Andy Andreoff Spengler Cup
14 Interaktionen
Spengler Cup
EHC Thun
Spiel zwei
EV Zug
Gegen Gottéron
scb
1 Interaktionen
SCL taucht beim HCD