0:1 im WM-Final: War die Hockey-Nati zu wenig mutig?

Andrea Schüpbach
Andrea Schüpbach

Die Nati-Stars suchen nach dem 0:1 im WM-Final nach Erklärungen. Eine davon klingt ähnlich, wie in den letzten Jahren: Wer kein Tor schiesst, gewinnt nicht.

Nino Niederreiter Eishockey-WM Schweiz
Die Schweizer Hockey-Nati verpasst auch zu Hause knapp den WM-Titel. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Hockey-Nati verliert zum dritten Mal in Folge einen WM-Final.
  • Besonders bitter: Wie schon in den letzten zwei Jahren bleibt man ohne eigenes Tor.
  • Nino Niederreiter hadert mit den vielen Strafen und fehlendem Mut.

0:2 gegen Tschechien. 0:1 nach Verlängerung gegen die USA. Und jetzt der 0:1-Overtime-Knockout gegen Finnland. Die Schweizer Nati verliert den dritten WM-Final in Serie ohne eigenes Tor.

Nach dreimal WM-Silber: Klappt es 2027 für die Hockey-Nati mit Gold?

Nach der wohl bittersten Niederlage in der Geschichte des Schweizer Hockey-Sports stellt sich auch die Frage: War die Schweiz zu wenig mutig?

«Es war ähnlich wie in den letzten Jahren»

Einer, der in der Vergangenheit auch schon sagte, dass man offensiv mehr Risiko nehmen müsse, ist Nino Niederreiter. Nach dem 0:1 gegen Finnland konstatiert er gegenüber Nau.ch:

«Es war ähnlich wie in den letzten Jahren. Es ist eigentlich viel für uns gelaufen. Aber es ist dann doch nicht so herausgekommen, wie es kommen sollte.»

Nino Niederreiter Eishockey-WM
So nah und doch so fern: Nino Niederreiter verpasst mit der Schweizer Nati erneut WM-Gold. - keystone

Den Bündner stören die vielen Strafen, die die Schweiz genommen hat. «Das hat extrem viel Energie gekostet», gibt er zu. «Dann haben wir eine hervorragende Möglichkeit im Fünf-gegen-drei, wo wir kein Tor schiessen konnten.»

«Das ist sicher das, was frustrierend ist am Ganzen. Wenn du kein Tor schiesst, kannst du nicht gewinnen», so Niederreiter. Grundsätzlich könne man sich immer etwas vorwerfen, wenn man verliere.

Auch Knak bereut fehlendes Risiko im Final

Simon Knak sagt nach dem Drama in der Swiss Life Arena, wo er bald für den ZSC auflaufen wird: «Es ist noch bitterer als letztes Jahr

Auch der Noch-Davos-Stürmer würde möglicherweise etwas ändern, wenn man den Final nochmals spielen könnte: «Vielleicht müssen wir noch mehr All-in gehen im Final. Und noch mehr Risiko nehmen.»

Schweiz Eishockey-WM
Schock und Ernüchterung auf der Schweizer Bank nach dem entscheidenden Gegentor. - keystone

Dann wiederholen sich die Worte, die auch schon Niederreiter äusserte. «Einmal mehr müssen wir sagen: Du kannst keinen Final gewinnen, wenn du kein Tor schiesst.»

Die Schweiz erzielte beim Heim-Turnier im Schnitt über fünf Treffer in den neun Partien bis zum Final. Dort hätte nun einer in der regulären Spielzeit gereicht, um den Weltmeister-Traum wahr zu machen.

Spielte die Hockey-Nati im WM-Final zu wenig mutig?

Kaum Torchancen im WM-Final

In den 60 Minuten blieben die ganz klaren Torchancen aus. Nachdem die Finnen das Start-Drittel klar dominieren, fängt sich die Mannschaft von Jan Cadieux nach der ersten Pause. Die Schweizer kommen besser ins Spiel, lassen aber auch zwei Minuten 5-gegen-3 ungenutzt.

Schweiz Finnland Eishockey-WM
Die Schweiz nutzt ihre Chancen gegen Finnland nicht. - keystone

«Dort müssen wir sicher mehr machen», sagt Captain Roman Josi. In der Overtime bei 3-gegen-3 trifft erst Puljujärvi den Pfosten. Riat erwischt später mit einem abgelenkten Schuss die Latte. Zentimeter fehlen zu Gold.

Helenius macht's besser. Der finnische Youngster entscheidet die Partie in der 11. Minute der Overtime.

Kommentare

User #5114 (nicht angemeldet)

Ich bin mir sicher die Schweiz hat irgend etwas mit dem Schicksal der Welt zu tun.

User #2875 (nicht angemeldet)

Wie peinlich, zum Fremdschämen

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